Das Cineplexx in Hohenems und die Folgen

Situation der Kleinkinos in Vorarlberg
von Dr. Norbert Fink


Update vom 28.11.2002
Das Cineplexx in Hohenems feiert in diesen Tagen sein 4-jg. Bestehen und baute zwei weitere Säle dazu, die mit einer 4€-Aktion eröffnet werden, normale Kinos dürfen oder können zu diesem Discountpreis keine aktuellen Filme anbieten!
Der Friedrichshafener Kinokomplex ist bald fertig.

In St. Gallen ist beim Säntispark in Uzwil ein weiteres Megaplex im Bau, Rohbau schon fertig. Eröffnung März 2003.
In Wien schließen die ersten bankrott gegangenen Megakinos wieder oder dienen als Hörsäle...
 


Update vom 18.10.2002

Dornbirn: Obwohl der Vertrag mit den "Weltlichtspielen" eigentlich am 31.12.02 ausläuft, ist die nähere Zukunft gesichert, versichert Wieser.
Sollte das Haus nur noch einen Besitzer haben, dann würden sich mehrere Möglichkeiten, vom Neubau bis Umbau eröffnen.
Friedrichshafen:
lt. "Südkurier" ist in Friedrichshafen ein Cineplexx mit 6 oder 7 Sälen im Bau, Rohbau schon fertig. Am Mittwoch wolle es "leicht gehobenes" Programm spielen, sonst den üblichen Mainstream. Also keine Gefahr für uns.
Der Artikel im letzten "Celluloid" war übrigen völlig unzutreffend und ignorierte alle Filmclubs.


Update vom 7.4. 2002
Die "NEUE" Vbg. Tageszeitung berichtete am Sa 9.4., dass das Cineplexx in Hohenems zwei weitere Säle dazubauen wird, einer mit 400 und einer mit 150 Sitzplätzen. Das ganze war schon seit längerem geplant, soll jetzt aber offensichtlich doch realisiert werden.
Das Kino Lech  ist stillgelegt und steht leer.
Das Oscar Kino und dort sein TAS-KINO (4x 1 Vorstellung auf Programmkinoniveau) läuft immer besser, nachdem der Start der Clubkinovorführungen letzten Herbst etwas zäh war.
Das Cinema 2000 ist derzeit nicht gefährdet, selbst wenn der derzeitige Betreiber (Tampir, Stockerau) es doch aufgeben wollte, gäbe es bereits einen heimischen Interessenten. 

Aktueller Stand vom Dezember 2001
gegenüber dem Vorjahr ist folgendes zu vermerken:
1) Programmkino
wurde zwar kein richtiges errichtet, das Oscar in Feldkirch aber wieder eröffnet. Es beinhaltet eine starke Filmclubpräsenz durch das TASKINO mit vier Terminen wöchentlich, leider oft nur zum Nachttermin.
auch das Filmforum Bregenz hat sein Programmangebot verdoppelt und zeigt 2x2 Filme wöchentlich. Damit dürfte das Maximum erreicht sein, was der Markt in Vorarlberg verträgt. Die Besucherzahlen des Taskino sind befriedigend; auch der FKC konnte 2001 seine Traumwerte vom Jahr  2000 mit über 100 BesucherInnen pro Titel nicht halten und fiel wieder auf die Werte der Vorjahre zurück.
 
am Cinema 2000 hat sich nichts geändert.
das Kino Lech hat seinen Betrieb eingestellt - dennoch möchte man zur Fremdenverkehrszeit wieder ein Kino haben.


Aktueller Stand vom Dezember 2000
gegenüber dem Vorjahr ist folgendes zu vermerken:
1) Programmkino -
es scheint mittlerweile aussichtslos in Feldkirch ein Programmkino zu errichten. 
Dennoch ist die Idee nicht tot! Es gibt neue Ideen für einen neuen Standort.

2) Cineplexx Hohenems - nachdem zuerst von einer Erweiterung um weitere 3 Säle, dann um ganze 7, dann um einen großen Saal die Rede war, wurde dies wieder abgeblasen.

3) CinéWorld Buriet. Nachdem die Kieft&Kieft Gruppe bereits bei anderen Großkinos rote Zahlen schreibt, wurde das Projekt Buriet eingestellt. Auch die diesbezüglichen Tafeln wurden entfernt.

4) Cinema 2000 Dornbirn: nachdem generell alle Kinos - außer den unabhängig programmierenden Weltlichtspielen -   im letzten Halbjahr unerfreuliche Zahlen vorwiesen - plant auch das Cinema 2000 für 2001 ein "anderes" und gehobeneres Programm anzubieten. 




Einige Ausschnitte aus meinem Artikel in Österr. Kinohandbuch
und eventuelle Ergänzungen; Veränderungen seit dem Druck sind blau angeführt.

Stand 14.4.2000



Das Cineplexx in Hohenems wurde am 11. Dezember 1998 eröffnet und übertraf mit über 400.000 Besuchern alle Erwartungen. Es hat 7 Säle und 1800 Sitzplätze. Es sieht sich als großer Förderer des Kinos, schließlich seien jetzt in der Summe weit mehr Kinobesuche als früher zu verbuchen. Man habe neues, vor allem junges Publikum, gewinnen können, längst nicht alle Besucher würden von den verbliebenen Kinos abgezogen.
Der Erfolg des Cineplexx ist so groß, daß ein Jahr nach der Eröffnung der Zubau weiterer drei Kinos mit 600-800 Plätzen für den August 2000 angekündigt wurde. Auch die an Wochenenden oft überfüllten Parkplätze sollen erweitert werden.
Der gute Rat, den sowohl die Pressestelle in Wien, als auch Geschäftsführer Ploner vom Cineplexx Hohenems den kleinen Kinos gibt, lautet "nicht dasselbe zu spielen wie wir, sondern für das etwas ältere Publikum Programmkino zu machen".
Läßt sich dieser Rat verwirklichen? Wie schaut die Situation der Vorarlberger Kleinkinos ein Jahr später aus? Können alle ein Nischenprogramm machen ?

Situation der verbliebenen Kinos
Alle Vorarlberger Kleinkinos zusammen verzeichneten im ersten Halbjahr 99 einen Rückgang der Besucher von 50-55% . Auch das relativ weit (52 km) entfernte Kinos von Schruns blieb von dieser Entwicklung nicht verschont.

Das "Cinema-S" in Bludenz, welches letztes Jahr großzügig renoviert wurde und einen zweiten Saal erhielt, konnte die Besucherzahlen zwar um 80% steigern, mußte dafür aber im vom gleichen Unternehmen betriebenen Kino Schruns Einbussen von 40%verzeichnen.

Das "Casablanca" in Schruns mußte einen Rückgang von ca. 40% verzeichnen und hat es schwerer als früher, immer die gewünschten Filme zu bekommen. Die Abwanderung (der Betreiber spricht von "Kulturtourismus") geht in Richtung "Cinema S" in Bludenz, aber auch bis ins Cineplexx nach Hohenems.

Das Kino Lech, das nicht ganzjährig spielt (saisonal bedingte Pausen im Mai und Oktober), ist das letzte Kino im Stil der 60er Jahre: Es ist mit 363 Sitzplätzen viel zu groß (maximal 2680 Besucher pro Monat im August 1999, zu rund 60% Gäste), mit seinen nur leicht gepolsterten Holzsesseln zu unbequem und mit seinem alten Mono- Tonsystem auch technisch veraltet. Es ist aber zu weit von Hohenems entfernt, als daß hier das Cineplexx die unmittelbare Ursache für allfällige Probleme wäre. Jedenfalls ist der Fortbestand des Lecher Kinos stark gefährdet, wenngleich diesmal nicht das Cineplexx daran schuld ist.

Das Oscar-Kino Feldkirch schloß als erstes und bisher einziges Kino infolge des Cineplexx in Hohenems am 30.3. 99 seinen kommerziellen Betrieb. Es folgte ein befristeter und subventionierter Probetrieb als Programmkino, der immerhin so gut verlief, daß Planungen für einen Umbau in das erste Vorarlberger Programmkino aufgenommen wurden. Da aber zwischen den Besitzern des "Oscar", der Familie Thurnher, und der Stadt Feldkirch keine Einigung über die Finanzierung erzielt werden konnte, wird auch noch ein anderes Objekt geprüft, in denen das Programmkino in Feldkirch betrieben werden könnte: das Graßmayr-Haus zwischen dem Theater am Saumarkt und dem E-Werk der Stadtwerke.
Anfang Dezember 99 sprach sich die Stadtvertretung der Stadt Feldkirch für die Errichtung eines Programmkinos aus, die Kosten für den laufenden Betrieb wurden in das Budget für das Jahr 2000 aufgenommen. Nicht abgeklärt sind jedoch bis jetzt der Standort und die Kosten für die Errichtung bzw Adaptierung.

Das Cinema 2000 in Dornbirn liegt in unmittelbarer Nähe des Cineplexx (8 km) und ist mit gut 50% Besucherrückgang stark betroffen, vor allem weil das Programmierungskonzept mit Blockbustern und Mainstream-Filmen vorerst gleich geblieben ist. Der Betreiber, Herr Tampir, will jedoch nicht schliessen, sondern mit neuen Programmideen weitermachen. So möchte er mit Filmen in Originalfassung für die in Vorarlberg lebenden AusländerInnen künftig in eine Nische treten. Das erste Experiment mit dem türkischen Film "Propaganda" sei überraschend gut verlaufen und hätte mehr Besucher als in Wien eingespielt. Trotzdem kann das Kino mittelfristig doch als gefährdet eingestuft werden.

Das Dornbirner Weltlichtspiele-Kino programmiert als einziges Kino Vorarlbergs weitgehend unabhängig und hat am deutlichsten auf die Herausforderung durch das Cineplexx reagiert, indem es vermehrt Filme zeigt, die das Cineplexx nicht bringt, was nicht zwangsläufig nur "Kulturfilme" heißt. Immerhin wurden "Buena Vista Social Club", "Kalmanns Geheimnis", "Alles über meine Mutter" und andere gehobene Unterhaltungsfilme hier und nicht im Cineplexx uraufgeführt.

Neben den beiden Kinos hat in Dornbirn der "Spielboden", ein Kulturzentrum im Areal der ehemaligen Rhomberg-Fabrik, auch die Lizenz für Filmvorführungen erworben, nutzt diese aber nur sporadisch mit seiner "Filmfabrik". Er verfügt nur über einen gebrauchten Projektor und die Vorführungen sind sowohl technisch als auch vom Sitzkomfort her mit jenen in den Kinos nicht vergleichbar.
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Die Kinothek Lustenau ist mit etwas über 50% Besuchereinbußen durchschnittlich betroffen, hofft aber mit dem einzigartigen Konzept des "Raucherkinos" einer Bewirtung im Kinosaal und mit einem Drittel definierter Sitzplätze, an denen geraucht werden darf, zu überleben. Auch hier werden im Nachtprogramm mehr anspruchsvolle Filme als früher programmiert. Diese Maßnahme scheint zu greifen, haben sich doch im zweiten Halbjahr die Besucherzahlen wieder verbessert. Das Kino verfügt über kleine Tischchen und dimbare Lampen, der Besucher wird während des Einlasses und des Vorprogrammes (Werbung und Trailers) an seinem Kinosessel mit Getränken und Snacks bedient. Das Kino selbst ist in beiden Sälen mit digitaler Tontechnik technisch dem Cineplexx ebenbürtig und bietet polyglotten Besuchern bei manchen Filmen über Kopfhörer sogar die Originalversion.
So stammt ein beachtlicher Teil der Einnahmen der Kinothek aus der Gastronomie.

Das Metro-Kino Bregenz, einziges Kino der Landeshauptstadt, hat drei Säle und beklagt einen Rückgang der Besucherzahlen auf rund die Hälfte. Allen Unkenrufen und Zeitungsmeldungen zum Trotz will der betagte Betreiber, Arch. Mag. Weißhaar, sein Lebenswerk aber so schnell nicht aufgeben . Auch besteht öffentlicher Druck, das bekannte Kino zu erhalten.
Durch das "Filmforum", welches hier wöchentlich am Donnerstag im Hauptabendprogramm und Samstag nachts sein Filmclubprogramm zeigt, sei der Bedarf an gehobener Ware offenbar gedeckt. Versuche mit Programmkinofilmen im Normalprogramm seien nicht erfolgreich gewesen.



Keine Blockbusters mehr für Kleinkinos ?

Kurz nach der Eröffnung des Cineplexx im Dezember 1998 befürchteten die Kleinkinos, keine Kopien der aktuellen Filme zu den Startterminen (oder künftig bei fallenden Besucherzahlen überhaupt nicht mehr) zu bekommen. Derzeit läuft eine Feststellungsklage nach dem Kartellrecht, ob Großverleiher, die auch Anteile an Multiplex-Kinos besitzen, die regionalen Kleinkinos mit aktuellen Filmen (Blockbusters) beliefernmüssen. Anlaß der Klage war die Weigerung einer Filmverleihgesellschaft zum österreichweiten Starttermin den Film "Asterix und Obelix" kleineren Kinos zur Verfügung zu stellen. Auch zeigten sich andere Großverleiher "besorgt" über den Besucherrückgang und drohten damit, die bisherige Verleihpraxis zu "überdenken", womit die Lieferung von Blockbustern zum Starttermin gemeint war.
In erster Instanz gewannen die kleinen Kinos diese Feststellungsklage. Die gegnerische Seite hat berufen.

Jetzt mehr Qualität und Auswahl in den Kleinkinos ?
Das Cineplexx reduzierte zwar die Besucherzahlen und ruinierte bereits ein Haus, es hatte aber auch positive Nebenerscheinungen: fällige Renovierungen und Investitionen wurden zügig durchgeführt (vor allem in die Tonanlage, aber z.T. auch in die Bestuhlung und Klimatisierung). Auch "verirrten" sich vermehrt anspruchsvollere Filme oder Originalversionen, die ansonsten nur von den Filmclubs gezeigt würden, in das normale Programm.

Jedenfalls programmieren jetzt immer mehr Kinos sorgfältiger, die großen Renner müssen zwar parallel zum Cineplexx auch gezeigt werden, dazwischen öffnet sich aber etwas mehr Spielraum für Nischen wie anspruchsvolle oder fremdsprachige Filme .

Noch mehr Multiplex-Kinos im Rheintal?
Die Gerüchte um weitere Multiplex-Kinos in der Region sind auch nach dem Bau des Cineplexx in Hohenems nicht verstummt.  Am konkretesten ist ein Vorhaben der deutschen Kieft GmbH. Sie plant im schweizerischen Buriet beim Arena-Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft (Nähe Flughafen Altenrhein, ca. 8km von Lustenau und 15km von Hohenems) ein Ciné-Star Kino mit 2137 Sitzplätzen in 10 Sälen und verkündet "besser als das Cineplexx" zu werden. Der Bauplatz ist inzwischen ausgesteckt, doch die Bagger sind vor Ort auch Ende Dezember 99 noch nicht vorgefahren. Sollte es gebaut werden, so dürfte es vor allem vom Cineplexx und von der Kinothek Lustenau einige Schweizer Gäste abziehen; wegen des wesentlich höheren Schweizer Preisniveaus und wegen der Grenzkontrollen dürfte es aber nicht allzuviele jugendliche Vorarlberger anlocken, schon gar nicht in die dortige Gastronomie. Freilich liegen die Starttermine in der Schweiz anders, und so könnten manche Filme früher als in Österreich dort zu sehen sein. Das wäre sicher ein gewisser Anreiz zum Besuch des neuen Multiplex-Kinos.
Das Ciné-Star hat Probleme mit den Parkplätzen; jedenfalls ist der Erwerb weiterer Parkplätze schwierig und eine Tiefgarage (wohl wegen des hohen Grundwasserstandes in Rhein-Nähe? ) zu teuer. Eine weitere in der Schweiz kolportierte Idee ist, eine eigene Bahnstation für das Arena / Ciné-Stargelände zu erreichen.



Liberalere Jugendfreigabe als früher?
Die meisten der im Cineplexx gezeigten Filme sind für Jugendliche zugelassen, sei es, daß vom Cineplexx mit Rücksicht auf das doch recht junge Durchschnittsalter seiner Besucher in erster Linie solche Streifen programmiert werden oder werden etwa die früher so streng gehandhabten Jugendschutzbestimmungen parallel zum Boom der Mega-Kinos in Österreich immer lockerer gehandhabt? Sicher ist, daß unter den Bedingungen wie vor zehn Jahren (generelles Freigabe eines Filmes erst ab 18) ein "legaler" Betrieb solcher Kinos nicht mit diesem Erfolg möglich gewesen wäre. Es mag aber auch sein, daß wegen der geänderten Marktsituation mehr jugendfreie Filme eingekauft wurden.

Vorarlberger Lichtspielgesetz verbietet noch immer Mitternachtsfilme
Wie in ganz Europa üblich, zeigten auch die Vorarlberger Kinos – und das Cineplexx - in einer oder mehreren Aufführungen Mitte August um Mitternacht die Neuauflage von "Star Wars" – und erhielten prompt eine Anzeige der Bezirkshauptmannschaft . Nach der gemeinsamen Stellungnahme, dies sei eine vom Produzenten weltweit geplante Strategie gewesen, wurden bis jetzt die angedrohten Strafen in der Höhe von 10. –30.000 S allerdings noch nicht verhängt. Jedenfalls plädiert die Sektion Lichtspieltheater in der Vorarlberger Handelskammer für eine Novellierung der entsprechenden Gesetzesstelle.

Prognose
Die Kleinkinos erhoffen sich für das Jahr 2000 wieder eine Verbesserung der Besucherzahlen am Wochenende bei Blockbustern, befürchten aber weiterhin einen mageren Besuch an den Wochentagen. An diesen versuchen manche durch ein gehobenes Programm intellektuelle und ältere Besucher wieder zu gewinnen, ein Kino will mit fremdsprachigen Filmen die in Vorarlberg lebenden Ausländer ansprechen. Immerhin gibt eine freundlichere Tendenz in den letzten Wochen des Jahres 99 zu dieser Hoffnung Anlaß. Dies könnte in absehbarer Zeit das Sterben weiterer Kinos verzögern.

Dank gewisser Förderung durch das Land – immerhin wurde die auf Qualitätsfilme bezogene Förderung für 1999 gegenüber 1998 mehr als verdoppelt - konnte ein sofortiges Sterben mehrerer Kleinkinos bisher verhindert werden. Als legistische Maßnahme seitens der Landesregierung bleiben Kinos mit mehr als drei Sälen von der Vorarlberger Kinoförderung ausgenommen. So ist für 2000 "nur" der Verlust von ein bis zwei Sälen zu befürchten.

Zusammenfassung
Es ist für ein betroffenes Kinounternehmen sehr hart, wenn es den Betrieb einstellen muß, weil ein bei Jugendlichen beliebtes Großkino- und Unterhaltungszentrum in der Nähe eröffnet. Die ständige Erweiterung des Mobilitätsradius der heutigen Freizeitkonsumenten bringt nicht nur eine Zunahme des Verkehrs und des Bedarfes an Parkplätzen mit sich, sondern bedingt auch, daß über große Entfernungen hinweg eine Konkurrenzsituation auftritt.

In Vorarlberg hat erst ein Kino, das "Oscar" in Feldkirch, den Betrieb deswegen eingestellt. Für entsprechend mobile Kinogänger mögen sich aber einige positive Nebenerscheinungen zeigen, etwa rasch verwirklichte technische Verbesserungen und gehobeneres und abwechslungsreicheres Programm in den verbliebenen Kleinkinos. Es bleibt aber zu hoffen, daß als konkretes Gegengewicht zum "kommerziellen Konsumtempel" in Hohenems mindestens ein richtiges Programmkino in Vorarlberg entsteht. Dafür stehen in Feldkirch die Chancen am besten.



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Norbert Fink