Mitglieder des FKC machen echteFilmkritik
Gesehen und .....empfohlen (?):
Jahre 1998 bis 2000
Hinweis:
alle neuen Kritiken finden sich auf der neuen Homepage des FKC unter www.fkc.at

Aktuell - derzeitin den Kinos
Schon gesehen- demnächst- beachte bitte auch die Berichte von den Filmfestivals in aller Welt, hier sichten wir die meisten Filme oft 2-3 Jahre (!!!) vor dem Österreichstart!
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Derzeitin Vorarlberger Kinos:
Komm süßer Tod
Wiedereinmal schafft es ein österreichischer Film in die "normalen" Kinos und Cineplexxe zu kommen; die Presse hat dem Film einige Beachtung geschenkt und auch Vergleiche mit der Buchvorlage von Wolfgang Haas gezogen. Es geht um den Kampf zweier konkurrierenden Rettungsunternehmen und um die Methoden, zu Verunfallten, Fahrdiensten und Geld zu kommen.
Österreichs Top-Kömidianten Josef  Hader und Karl Markovics sind dabei, genauso wie die dralle Sexpuppe Nina Proll.
Der Film ist weder ein unvergessliches Kunstwerk, noch völlig mißraten. Stark sind einige total makabere Szenen, dennoch erscheint einem nicht mit dieser Szene vertrauten Betrachter das ganze nicht ganz glaubwürdig, Bezüge zur politischen Elite wurden ebenfalls auch ausgespart. Was bleibt ist brauchbare Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger. 
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Propaganda
Der türkische Film zeigt eine wahre Begebenheit an der syrischen Grenze nach dem 2. Weltkrieg.
Mitten durch ein Dorf wird eine Grenze gezogenund feierlich das Hauptzollamt eröffnet. Doch niemand hat ein Paß,außer dem Dorfgauner. Die Lehrer und der Arzt wohnen auf der anderenSeite, auch die Geliebte des Oberzöllners.
Der Oberzöllner muß sogar seinen eigenen Sohn wegen illegalen Grenzübertritts schiessen und seine Verlobteverhaften. Als sich seine Frau ihm auch noch verweigert, merkt er den Wahnsinn....
Ein tiefsinniger und trotzdem heiterer Film.**** (N)
DER BOCKERER III - Die Brücke von Andau

Franz Antel hat seine Bockerer- Serie mit Karl Merkatz erweitert; ein amerikanischer Verleih (Buenavista)vertreibt den unterhaltsamen und spannenden Streifen und entsprechend kräftigist auch plumper Antikommunismus und deutlich auffälliges Product-Placement(eine eigene Product-Placement -Agentur wirbt sogar noch im Abspann,was soll z.B. eine Nivea-Dose in einem Fernsehgeschäft ?) Aberlassen wir Details und kommen zur Sache. Hintergrund ist die Ungarn-Krise.Österreich ist stolz, daß es dank dem Staatsvertrag "frei ist",
die letzten Kriegsgefangenen kommen heim und manche SSler haben sich eswieder in hohen Amtsstuben bequem gemacht.
Der Fleischer Bockerer macht auch mit Budapest Geschäfte, bzw. willer dort günstig Fleisch einkaufen. Mit seinem Sohn fährt er nachUngarn, doch der verliebt sich in eine "Freiheitskämpferin" des Ungarn-Aufstandes, sein Lieferwagen wird erst von den Russen, dann den Aufständischenbeschlagnahmt. Er besinnt sich eines russischen Generals der Roten Armeein der Budapester Kommandantur. Nun wird es turbulent. Der Sohn retteteiner schönen Aufständischen  das Leben, diese nehmen aberauch den Sowjet-General gefangen, die Russen meinen, er sei dessertiertund suchen ihn.... und der Bockerer hilft allen aus der Patsche,
egal ob Zigeuner oder Kommunist, Nazi oder Aufständischer. Er wirdzum Helden, als er einen Wachturm abbricht, um damit die gesprengte Brücke von Andau nach Österreich zu reparieren. Vielen gelingtdamit die Flucht. Leicht verwundet kommt er mit dem General in der Kleidungeines Fleischergesellen über die Grenze und wird gefeiert, als siewieder in Wien Tarok spielen, trifft die Ungarin ein und teilt ihm mit,sein Sohn, der bei ihr geblieben war, sei gefallen.
Das Ideal der Freiheit bleibt leere Parole undwird bis zum Abspann strapaziert - es siegt der bauernschlaue Bockererüber jede Ideologie. Immerhin wird auch der russische General - derauf Stalin schimpft und hofft unter Nikita Krutschov werde alles besser- auch positiv gezeichnet, immerhin wird noch an den Staatsvertrag erinnert(an den sich manche Politiker derzeit nicht mehr erinnern wollen),die Neutralität wird aber in einer Szene verächtlich gemacht.
Dolby-Effekte sind recht wirksam eingesetzt und der Film zeigt die österreichische und russische Seele (gemeinsam die Liebe zum Alkohol?), politischnicht immer ganz korrekt,  aber - ehrlich gesagt - doch recht unterhaltsam.
**(*) sehens- bis empfehlenswert

DER GLADIATOR
Ridley Scott hat einen Monumentalfilm wie "BenHur" geschaffen und dem totgesagten Genre des Gladiatorenfilms nach 40Jahren wieder Leben eingehaucht. Typisch Hollywood ist natürlich,daß die reale Geschichte offenbar zu langweilig ist und deshalb dasDrehbuch frei erfunden. Historische Authentizität war ja noch nie die Stärke der Amis, sie drehten an der Geschichtsschreibung schonimmer so,  wie es ihn gerade paßte. Intrigen und Kämpfe.Es beginnt mit blutigen und aufwendigen Schlachten in Germanien. Als KaiserMarcus Aurelius den Krieg beenden will und den siegreichen Sohn Maximuszu seinem Nachfolger bestellt, tötet der zu kurz gekommene andereBruder, Commodus,  seinen Vater und läßt auch seinen BruderMaximus ermorden. Doch der entkommt seinen Schächern, wird aber inAfrika gefangen  und gilt als der "Spanier". Er wird zum Gladiatorausgebildet und ist der klugste und stärkste aller beklagenswerter Kampfsklaven.
Als Commodus nach Rom einzieht, will er mit riesigen Spielen im Colosseum das Volk belustigen und den "demokratischen" Senatentmachten, um uneingeschränkter Imperator zu sein.
Maximus, der Gladiator,  ist der Star "desPöbels" und schlägt alle Feinde in der Kampfarena. Seine SchwesterLucilla und Commodus erkennen ihn. Doch dieser Schurke erpreßt seineeigene Schwester und droht ihrem Sohn mit dem Tod. Trotzdem hilft sie zuMaximus und plant einen Putsch zugunsten des Senates. Doch sie werden verraten.
Der Imperator will selbst gegen den Maximus inder Arena kämpfen und natürlich - mit heimtückischen Methoden- siegen, um so beim Volk beliebt zu bleiben. Er sticht ihm vor dem Kampfins Herz und läßt die Wunde kaschieren.
Doch selbst bei diesem Kampf bleibt Maximus Sieger, wenngleich auch er kurz darauf stirbt.
Vom Inhalt her nichts neues; ziemlich spannend.Wirklich toll sind die computeranimierten Kulissen des alten Roms.
Als Commodus nach Rom einzog und sagte "so washabe ich noch nie gesehen!", soll auch die Prädikatisierungskommissiongesagt haben "und wir auch nicht!" - die Rekonstruktion des alten Rom istwirklich die (einzige) Stärke dieses Filmes.
Wieder bleibt das alte  Schema Hollywoods:ein Mann rettet allein die Menschheit mit der Kraft seiner Muskeln ...
für Freunde dieses Genres sehenswert **- somit schliesse ich mich dem Urteil der GFBK an.
Sweet and Lowdown

Wieder hat Woody Allen einen Semi-Dok gedreht.Im Stil eines mit Spielfilmepisoden aufgepäppelten Dokumentarfilmszeichnet er die Lebengeschichte eine Jazzmusikers kurz vor dem ZweitenWeltkrieg. Emmet Ray war der amerikanische Django Reinhard und bezeichnetesich als der zweitbeste Jazz-Gitarrist der Welt. Als Künstler liebteer den Suff und die schönen Frauen und tolle Autos, war aber unberechenbar,unpünktlich und konnte weder mit Geld noch mit Frauen umgehen; letzterebehandelte er ziemlich mies. Anfangs spielte er sogar den Zuhälter,um seine Schulden zu begleichen. Seine Leidenschaften war es Zügenzuzuschauen und auf Ratten zu schießen. Er hatte stets Angst demechten Django zu begegnen.
Der handwerklich schön gemachte Film wirdjeden Freund des Jazz und Swing verzücken, reine Filmfans werden sichamüsieren. Woody, der ja auch Jazz-Klarinettest ist hat hier offenbareinem seiner Idole ein Denkmal gesetzt. Aber Achtung: die Handlung desFilms war frei erfunden, auch wenn es ein Dokumentarfilm zu sein gewesenschien.
Leider sind die alten Woody – Allen Filme trotzdem besser als die Neuen, aber von den Neuen, ist das der Beste ....
*** ein Muß für Jazzfans, sehenswertfür Cineasten

BOYS DONT CRY
Ich kann in den Lobgesang zu diesem angeblichenneuen Kultfilm nicht einstimmen, noch entdecke ich etwas außergewöhnliches
an diesem US-Film des Majors FOX.
Die Geschichte ist gleich erzählt:
Eine 21 jg Frau, Brendon, ist in einer sexuellenIdentitätskrise. Sie verunstaltet sich zum Knaben, schert sich dieHaare kurz,
verhüllt den Busen flach, steckt sich einePenisattrappe in die Hose und kleidet sich männlich.
Und dann geht’s ab ins untere Mileau der Kleinkriminellen, Kettenraucher, Säufer und Kiffer.
Sie macht junge Frauen an und schmust mit ihnen,zu einer entwickelt sie eine tragfähige Beziehung. Einmal mußaber die Stunde
Wahrheit kommen: ein paar "richtige Kerle" merkenden Bluff, ziehen ihr die Hose runter und vergewaltigen sie. Als sie Anzeige
erstattet, wird sie zum Schluß von einemder Täter erschossen.
Die Hauptdarstellerin spielt nicht schlecht,doch ist das Gesicht zu statisch.
Die erste Stunde ist stinklangweilig (wie beiden meisten Hollywoodfilmen wird die Story "entwickelt" ) und dann folgtSex and
Crime, natürlich ist der Sex nur negativdargestellt und alle Männer sind Schweine. So, was ist daran bitteinnovativ?
wie fast alle US-Filme: entbehrlich

Jakob der Lügner
USA 1999
In einem jüdischen Ghetto muß sichJakob bei der Kommandantur melden, ein Radio läuft, die Nazischergensaufen, fressen und huren. Jakob hört im Radio, daß die Russenschon recht nahe sind und verbreitet diese Frohbotschaft im Ghetto. Daallen glauben, er hätte wirklich ein Radio, muß er immer wiederneue Nachrichten erfinden; immerhin – es gibt keinen Selbstmord mehr –die armen Menschen schöpfen wieder Hoffnung. Er nimmt ein kleinesMädchen zu sich auf, das aus einem Bahntransport Richtung KZ fliehenkonnte.
Jakob überlebt zwar das Ghetto nicht, dochder Zug, in dem die Bewohner Richtung Gaskammer abtransportiert wird vonder Roten Armee gestoppt  – die Hoffnung Jakobs erfüllt sich.
Robin Williams drehte dieses Remake eines DDR-Filmes in Polen und Ungarn, deshalb wirkt das Ambiente eines jüdischen Ghettos recht natürlich.
Freilich ist es schwer, so ausgemergelte undabgemagerte Gestalten zu finden, wie es die Juden in den Nazizeiten sichergewesen sind; im Film sind alle doch relativ gut genährt, vor allemdie Gesichter sind viel zu gesund um echt zu wirken.
Dennoch ein diskutabler Film, der etwas an „La vita e bella“ anknüpft; wahrscheinlich hat der Erfolg jenes Filmen Columbia /Sony ermutigt dieses Remake zu drehen. In der Regel sind Remakes ja unnötig wie ein Kropf und kommen selten an das Original heran.Ich muß allerdings gestehen, mich nicht mehr an das Original zu erinnern; so schlecht kann es aber nicht gewesen sein, es war der einzige DDR-Film, der für einen Oscar nominiert wurde.
Empfehlenswert *** (N)



Die Legende vom Ozeanpianisten (TheLegend of 1900) www.legendof1900.com
Der neue Film von Giuseppe Tornatore, der uns1988 mit Cinema Paradiso verzauberte, enttäuschte
etwas, verzaubert aber doch durch gewaltige Bilder. Erstens wollte ich die OF mit dt. Ut sehen und erwartete mir italienisch, doch nein der Streifen hieß nicht „La leggenda del pianista sull´oceano“ (wie im Programm des Salzburger "das Kino" angekündigt) sondern"The Legend of 1900", und war in englisch, was schon zu befürchtenließ, dass die Yankees auch daran herumgewerkelt haben, was meistensden Filmen nicht gut tut.
Es beginnt mit dem frenetischen  Jubel,als der Ozeandampfer Virginia, New York erreicht und mayestätischan der Freiheitsstaue vorbeigleitet, und es beginnen die ersten dummenSprüche, wie "es sei vom Schicksal vorbestimmt, wer als erster aufdem Schiff ausschreie, Land in Sicht! “.
Die Geschichte ist schön und vielen Rückblenden auch gut gegliedert erzählt: ein schwarzer Heizer des
Dampfers entdeckt in der ersten Klasse, wo ernach vergessenen und verlorenen Gegeständen ausschaut, ein Findelkind,gibt ihm den Namen 1900 und behält es unregistriert an Bord. 1900wird ein großer Pianist werden und das Schiff nie verlassen, selbstnicht im Krieg und als es abgewrackt und gesprengt wird. Einer Frau zuLiebe wollte er einmal von Bord gehen, war aber ob der Endlosigkeit derStraßen NY. so geängstigt, daß er davon wieder abließ.
Ein Musikerfreund, der in einem Pfandleihgeschäft die einzige Musikaufnahme, eine zerbrochene Schellack-Matrize von 1900entdeckt, umklammert die Filmhandlung und erzählt uns die Geschichten.
Die Farben sind düstern und verhalten, wenngleich warm, die Fotographie ist großartig und die Musik von Ennio Morricone ist es auch.
Leider sind einige Dialoge und Monologe zu langgeraten und enden in melodramatischer Rührseeligkeit –
sicherlich ein Zugeständnis an den US-Koproduzenten.
Empfehlenswert ***(*) (N)
The Straight Story - eine wahreGeschichte

David Lynch, Frankreich / USA 1999 / Cinemasope.
David Lynch hat den Ruf eines Kultfilm-Regisseurs.Nach Filmen wie „der Elefantenmensch,  „wild at heart“ u.a. drehteer nun einen völlig anderen Film, dessen Protagonisten nicht die Schönenund Jungen, die Dynamischen und Sportlichen sind, sondern alte Menschen.
Straight ist 73 und lebt mit seiner stotterndenTochter Rose in einem alten Haus. Eines Tages erfährt der, daßsein Bruder Lyle einen Schlaganfall erlitten hat. Ob wohl er nach einemStreit seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm hatte, möchte er ihnbesuchen. Er hat weder Auto, noch Führerschein und die Busverbindungensind schlecht. Dickköpfig wie er nun mal ist, beschließt ermit seinem Rasenmäher-Traktor die weite Strecke nach Wisconsin zufahren. Er bastelt sich einen Anhänger, in dem er schlafen kann undschleicht im Schritt-Tempo, jedenfalls langsamer als die Radfahrer, denWeg entlang.
Der erste Versuch scheitert nach wenigen Kilometern, er kauft sich einen neuen gebrauchten Traktor, und nun geht es schon besser. Die Abenteuer sind natürlich vorprogrammiert. Er trifft auf eine schwangere Ausreißerin, auf Kriegsveteranen wie er, wird Zeuge einesUnfallesund als im bei einer abschüssigen Strecke Getriebe und Bremsen versagen, kommt er in eine gefährliche Situation.
Bei dieser Zwangspause zur Reparatur des Traktorskommt es zu ausgedehnten Gesprächen, die im Film etwas zu lang sindund dem gebildeten europäischen Betrachter nichts Neues sagen. Daspositive am Film ist sicher seine humanistische Aussage, eine tolle Kameraarbeitmit einprägsamen, komplexen Bildern und ein grandioser Hauptdarsteller.
Negativ ist aber anzumerken, daß dem Filmtrotz eines verhaltenen Witzes die Spannung fehlt, er passagenweise langweiligist, um im üblichen Happy End endet.
Bild und Text sind einfach zu redundant und wiederholen sich zu oft.
Natürlich sind die weisen Sprüche desalten Mannes für das übliche Kino Publikum lehrreich, dies reichtaber nicht aus, um diesen netten, braven und absolut jungendfreien Filmals grandioses Meisterwerk hochzuloben, wie es die Kritikerriege bei jedemhalbwegs akzeptablen US-Film unisono macht. Zu sehr schlägt die amerikanischeMachart durch, auch wenn Canal+ und Channel Four sich daran beteiligt haben
sehenswert *** drei Sterne. (N)
American Beauty
Obwohl der Film von der (an Hollywood-Maßstäben messenden) Kritik hochgelobt wird und auch erwartungsgemäß einige Oscars einfuhr, ist er von Erzählart und Machart ein typischer US-Streifen. Zuerst kommt die Entwicklung der Story, ein scheinbares Idyll einer gutsituierten amerikanischen Familie, nach einer halben Stunde merkt man, daß alles Lüge, Doppelmoral und Fassade ist und dann kommt das blutige Ende.Und wie in den  meisten US-Streifen wird es erst am Schluß einigermaßen spannend, die Stunde davor pflätschert es dahin.

Zum Inhalt im Detail: Papa ist ein Schlappschwanz, Mama verweigert die ehelichen Pflichten, weswegen er sich durch Masturbation Erleichterung verschafft. Geil ist Papa aber auf die Freundin seiner pubertierenden Tochter, ein blondes Girlie, das mächtig angibt,  wieviel Schwänze sie schon drinnen hatte und ihn anmacht. In der Nachbarschaft leben auchkomische Typen: der Nachbar ist Militarist und Nazi-Kult-Verehrer, seinSohn filmt mit seiner Videokamera alles in voyeuristischer Manier ab, lebtaber vom Drogenhandel, das Töchterchen wird sich in ihn verliebenund mit ihm abhauen. Ein anderer Nachbar, ein schlüpfriger  Immobilienhändlerbaggert erfolgreich Mami an. Papis Arbeitsplatz ist in Gefahr, bevor ergekündigt wird, kündigt er selbst und da er noch einige Geheimnisseweiß, kann er eine schöne Abfertigung herauspressen. Langsamfängt er an nachzudenken, und um den jungen Mädchen zu gefallenauch  seinen Körper zu stählen; er leistet  sich abund zu ein Bier und auch einen Joint . Allmählich  wird - nichtzuletzt durch äzende Kommentare der Tochter - beiden Ehepartnern bewußt,wie kaputt ihre Familie ist und beide beginnen sich von einander weg zuemanzipieren. Sie geht fremd und macht Waffenübungen, er träumt von der Freundin seiner Tochter. Als er einmal die Gelegenheit hätte, mit ihr intim zu werden, spielt er aber den großen Moralisten.
Als er sich endlich traut zuhause den Schnabelaufzumachen, wird er von seinem latent homosexuellen Nachbarn erschossen,nachdem dieser meinte, sein Sohn hätte ihm als Lustknabe gedient;
Positiv ist die schauspielerische Leistung vonKevin Spacey und auch die Musik zu beurteilen. Äußerst dubiossind die Stimmen aus dem Jenseits, die schon in der ersten Szene ihm sagen,er habe nur noch ein Jahr zu leben.
Wozu bitte dieser modische esoteische Quatsch?
Zwiespältig, Gewalt steht im Vordergrund,Männer sind alle Idioten, Erotik wird nur negativ und amerikanischprüde dargestellt . Immerhin, das Idyll der heilen amerikanishen Familiewird zerframst und ganz langweilig ist der Streifen auch nicht. ** (N)



The Million Dollar Hotel vonWim Wenders
Wim Wenders hatte schon immer eine Affinitätzum amerikanischen Kino ("der amerikanische Freund") und viele seiner Filmenspielen in den USA ("Paris,Texas"). Dennoch waren sieimmer  unverwechselbare Wenders-Filme.
Diesmal ermittelt Skinner, ein Special Agentdes FBI (Mel Gibson) einen Todesfall in einem heruntergekommen Grand Hotel,in dem lauter Menschen am Rande der Gesellschaft wohnen, psychisch Kranke,Suchtgiftkranke usw. Wurde der Tote - der Sohn eines reichen Medienmoguls- von der Dachkante gestossen? Machte er Selbstmord ? Jedenfalls hinterließer Pechbilder, die es zu vermarkten gilt. Das Konkurrenzfernsehen ist immerlife dabei und der nervige Tom Tom und seine angebetete Eloise
kommen für Skinner nicht in Frage, eherGeronimo, ein Indianer. Doch dann legt Tomo Tom ein Geständnis ab...
Manchmal geniale fotographische Perspektiven,eine suberbe Kamera und eine hypnotisch-bluesige Musik sind die Stärkendes Film, die wieder einen unverwechselbaren Wenders daraus machen. Dochjetzt kommen die ABER: leider ist weder die Idee sehr originell, manchesviel zu lang und bei aller Schönheit des Filmes ist er passagenweiseleider langweilig.
Drum bleiben "Paris, Texas" und "Himmel über Berlin" wohl die unerreichten Meisterwerke Wenders´.
Deshalb gibt es die Note " sehenswert***". (von max. 5) (N)

Mifune
DK 98, Soren Kragh-Jacobsen
Mifune - Dogma #3 -  ist wieder ein richtigerund unverwechselbarer Dogma Film geworden, der unter die Haut geht undberührt. Und wieder wurden lustvoll einige der Dogmen gebrochem, dieman einst in bierseeliger Laune beschlossen hatte. Er erhielt 99 einenSilbernen Bär in Berlin und gelangt mehr als ein Jahr späterauch in unsere Kinos.

Kresten, ein Yuppie  und  frisch verheiratet mit der Tochter seines Chefs, erhält die Nachricht vom Tode seinesVaters. Seine Frau weiß nichts davon und soll auch  nicht mitfahren.Auch der geistig behinderte Bruder Rud, der vom Vater auf einem desolatenBauernhof versorgt wurde, soll geheimgehalten werden. Kresten verabschiedetsich von seiner Frau und verspricht in 2 Tagen wieder zu kommen. Es wirdaber länger dauern...

Auf dem Lande angekommen findet er den aufgebahrten Vater vor, der behinderte Bruder hat sich unter dem Sarg versteckt. Aushumanitären Gründen soll er aber nicht in ein Heim abgeschobenwerden, sondern in seiner gewohnten Umgebung leben dürfen. Also gibter ein Inserat auf und sucht eine Haushälterin.
Es meldet sich die sehr attraktive Liva, eineLuxus-Prostituierte, die Schwierigkeiten bekommen hatte, weil sie einemStammkunden auf den teuren Perserteppich gepinkelt hatte.
Überraschend aktiv geht sie ans Werk, fängt zu putzen an und richtet alles wohnlich ein, nachdem sie eine saftige Lohnerhöhung bekommen hat.
Auch sie hat eine Überraschung parat: ihrrotzpappelfrecher Sohn ist aus dem Internat hinausgeflogen und soll „vorübergehend“ auch hier wohnen. Er veräppelt vorerst mal alle, am Liebsten natürlich den „Idioten“ Rud.
Schon am ersten Tag mit Liva taucht aber seineFrau auf, glaubt an Untreue und Verrat, nimmt sein Auto und will sich scheiden lassen.
Indes bahnt sich eine Beziehung an, die ordinäre Hure mit ihrem schlecht erzogenen Sohn, der Doch-Bauernsohn und Stadt-Yuppie, sie sind alle allein und kommen sich mühsam näher.
(Nicht mit dem geistig Behinderten läuftdie Liebesgeschichte ab, wie man vielleicht als Dogma-gewöhnterZuschauer zuerst geneigt wäre anzunehmen).
Am Schluß ein Happy-End, die völligunterschiedlichen Menschen lieben sich, auch wenn das Rotlichtmileau undder eifersüchtige Macho-Bruder das nicht gerne sehen und auch mitmassiver Gewalt zu vereiteln suchen. Auch das Happy-End ist eine Überraschung,wird es doch bei dieser Art von Filmen nicht erwartet. So verläßtman richtig berührt und benommen das Kino, und freut sich, daßwenigstens im Kino noch soviel Toleranz zwischend den Menschen, wennglichnicht ohne Kratzer, noch möglich ist.
Minuspunkte: Zwar Dolby aber kein Stereoeffekt– mit dem Sound ist man nicht so mittendrin, wie mit der Handkamera
Format 3:4 blödestes (noch) TV –Format,das ist auch nicht das Dogma-Academy-Format! gibt also.
**** empfehlenswert. (N) Läuft im FKC am  12.und 13.7.2000


Johannavon Orleans(Originaltitel: TheMessenger: The Story of Joan of Arc)
Die französisch-amerikanische Koproduktion  unter der Regie von Luc Besson enttäuscht. Auch der "Filmdienst" bemängelt, daß die Geschichte historisch nicht richtig wiedergegeben wird. Jedenfalls wird die mittelalterliche Geschichte mit den Haarfrisuren und lockerenSprüchen der heutigen Kids versehen. Um was gehts? Johanna von Orleans(1412-1431) wird geprägt von der Vergewaltigung ihrer Schwester. Siesieht Erscheinungen und sieht darin ein Zeichen Gottes. Sie wird zur androgynenKämpferin der Franzosen gegen die Engländer ...

UrsVokinger hat den Film "Joan of Arc" von Luc Besson gesehen. Er schreibtuns:
Verglichen mit seinen früheren Filmenund den Filmen anderer Regisseuren, die auch ein Thema aus dem spätenMittelalter oder Renaissance aufgegriffen haben (wie 'Der Name der Rose'oder ' Queen Eisabeth'), wirkt der Film amateurhaft und die Hauptdarstellerin, Milla Jovovich, spielt ihre Rolle mehr als schlecht (gut sieht sie jaschon aus, aber das reicht eben nicht für einen überzeugendenFilm !). Und mit der Geschichte nehmen die es auch nicht so genau: Ausdrücke wie 'wait just five minutes', 'cool', 'piss of' und dergleichen waren im15. Jahrhundert sicher nicht geläufig und zeigen wie "seriös"dieser Film gedreht wurde.
Man sollte eben die Hände von Dingenlassen, die man nicht versteht... und die USA verstehen eben die europäische Kultur nicht. Arme Jeanne, sie wird sich  über diesen Film imGrabe drehen.
Hat mich nicht überzeugt. Nur ein Stern*. (U)


Die Sieben Pforten
Roman Polanskis neues Werk ist für jenegedacht, die an einen Teufel glauben. Ein Sammler alter Bücher erwirbtein Buch, das vorgibt eine Anleitung zum Kontakt mit Lucifer,  demleibhaftigen Satan zu beinhalten. Er beauftragt einen Spezialisten dieEchtheit zu überprüfen; noch zwei Exemplare soll es auf der Erdegeben. Schon bei den Rercherchen passiert Unheimliches und Gefährliches,eine Frau verfolgt ihn, rettet ihn aber aus größter Gefahr.
Der Spezialist (Johnny Depp) entdeckt, daßdie drei Exemplare sich in kleinen Details unterscheiden: jedes Buch enthält 9 Zeichnungen, von denen  jeweils 3 mit "LCF" (=Lucifer) signiertsind. Nur wer alle drei Bücher besitzt, bekommt Zugang zum Reich desTeufels.
Es sei hier nicht alles verraten: aber zeitgemäß ist der Satan heute kein Mann, sondern eine Frau.
Zwiespältig. Ziemlich spannend und virtousgemacht, schürt der Film unbewußt den Aberglauben ** (N)

James Bond 007 - die Welt nicht genug
Die Ausgabe 1999 der satirischen Serieaus England  hat eine Bösewichtin. Die wunderschöne SophieMarceau ist die Feindin des Agenten ihrer Mayestät (klar, daßer sie kriegt, ehe sie ihn auf einem mittelalterlichen Mordinstrument ermordenwill; und klar, daß das Gute siegt).
Mister Q spielte auch mit. Zum letzten Mal. Erist bei einem Autounfall inzwischen verstorben.
Wie immer gibt es gute Action, fotogene Schauplätze und hübsche Girls und wie immer ist ein Hauch politischer Zeitgeistdabei. Doch die guten alten Bonds aus der Zeit des kalten Krieges warenbesser.
Annehmbar. ** (N)
Schon gesehen- in Vorarlberg noch nicht gestartet
Sonnenallee
“Ich lebte im schönsten Land der Welt – der DDR. Für mich war es das schönste Land, weil ich jung undverliebt war“, sagt Micha. Er liebt Miriam- eine blonde Schönheit.  Sie  wird nicht nur von allen FDJ-Jungs begehrt, auch Wessis kommenmit ihren dicken Angeberkutschen über die Grenze und wollen sie aufreissen.
Die Sonnenallee ist eineder Straßen Berlins,die durch den „antikapitalistischen Schutzwall“ in zwei Teile getrennt  war.
Die Ost-Jugend, die  erlebte noch die wahreJugendzeit, da wurde noch geküsst und gebummst, und die Parties warendoppelt geil, weil verbotene Westmusik gespielt wurde. Mancher Zöllnersoll die konfiszierte Ware dann selber  aufgenommen haben....
Detlev Buck und andere Blödelstars des deutschen Films machen mit DDR-Requisiten eine Popkomödie, die passagenweisegut unterhält; mehr aber nicht viel mehr bietet. Der Streifen wirdvon ehem. DDR-BürgerInnen sicher anders empfunden als von uns neutralenÖsterreichern. Sehenswert *** (N)

N= Norbert U= Urs




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