1914 – 2001
Geboren am 20.7.1914, wuchs sie zur Zeit der Entbehrungen
des Ersten Weltkrieges in einer kinderreichen (6) und musikalischen Arbeiterfamilie
auf und besuchte die Realschule bis zur 5.Klasse. Wirtschaftliche Not machte
es unmöglich, dass sie ihren Wunsch studieren und Lehrerin werden
zu können, auch verwirklichen konnte.
Statt die Matura zu machen, musste sie als Büroangestellte
zur Stickerei Mäser arbeiten gehen, und dieser Firma war sie 25 Jahre
lang treu. Zwar widmete sie sich, als sie noch mit 40 Jahren ihren geliebten
Sohn Norbert bekam, vor allem seiner Erziehung; als dieser zu studieren
begann, arbeitete sie wieder bei "Mäser´s" bis zu ihrer
Pensionierung..
Mit ihrem Ehemann Alfred verband sie vor allem
die Liebe zur Musik und zur Natur, bis kurz vor dem Tod ihres Gatten im
Jahre 1985 machten sie regelmäßig Hausmusik; unvergessen sind
die kleinen Hausmusikkonzerte, die vor allem zu Weihnachten üblich
waren. Hedwig spielte Klavier und Alfred die Violine. *)
Sie lernten sich in der Musikschule kennen und
lieben und heirateten im harten Kriegsjahr 1943. Die junge Beziehung überlebte
auch die lange Trennung während seiner russischen Kriegsgefangenschaft.
Neben ihrem aufopferungsvollen Wesen und ihrer perfekten Haushaltsführung war vor allem auch ihre Kochkunst bei allen sehr geschätzt.
Sie war vielseitig interessiert, lernte immer wieder Sprachen und frischte sogar noch heuer ihre frühen Italienischkenntnisse wieder auf.
Soweit es die Umstände es erlaubten, reiste sie mit ihren Lieben auch gerne in Gottes weite Welt, unvergessen war eine Kreuzfahrt mit ihrem Bruder Werner ins Mittelmeer bis in die Türkei und sicher ihr größte Erlebnis war, als sie im Mai 1989 unter der Obhut ihres Sohnes die Verwandten in Argentinien besuchte und dabei auch einen Abstecher nach Rio de Janeiro und den weltberühmten Wasserfällen von Iguaçu machte.
Einige Jahre nachdem ihr Gatte Alfred 1985 verstarb, wagte sie 1993 noch einmal einen einschneidenden Schnitt in ihr Leben, in dem sie in eine moderne und pflegeleichtere Wohnung in den Rohrbachpark (Rohrbach 3a) zog und Haus und Garten im Edlach 4 ihrem Sohn überließ. Zwei schwere Hüftoperationen beeinträchtigen allerdings ihre Mobilität sehr stark, so dass sie auch keine ausgedehnten Wanderungen in die Berge mehr machen konnte, wie sie früher in der Familie Fink an jedem Sonntag bei schönem Wetter üblich waren.
Ihr herzensgutes Wesen machte sie bei Jung und Alt und Menschen aus allen Ländern immer sofort beliebt, ihr scharfer Verstand und ihr immer ausgeglichenes Gemüt blieben ihr erfreulicherweise bis zuletzt erhalten.
Ihr rascher und plötzlicher Tod ist für
ihren einzigen Sohn und die letzten noch lebenden Geschwister ein äußerst
schmerzhafter Verlust.
Als gläubige Christin, gestärkt durch
Hl. Sterbsakramente ging sie furchtlos, reinen Gewissens und voller Zuversicht
zu Gott dem Allmächtigen.
Passfoto von Hedwig
Fotomontage zur Verabschiedung von Hedwig.

Tod von Werner Kresser