em.o. Univ.Prof. Dr.techn. Dipl..Ing. DDr. hc.
Werner Kresser
geb. 20.7.1919 in Dornbirn - gestorben 20.7.2008 in Wien

war der Bruder meiner Mutter Hedwig Fink. Er besuchte die "Realschule" (das Gymnasium) in Dornbirn und stieg zum o.Prof. am Institut für Wasserbau und Ingeneurhydrologie an der TU Wien auf. Höhepunkt war seine Wahl zum Rektor der Technischen Hochschule in Wien im Jahre 1965.
Am 20. Juni
2008 verstarb Em. O.Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. DDr.h.c.
Werner Kresser im Alter von 88 Jahren in
Wien. Um ihn trauert das Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie, dessen
frühere Abteilung für Hydraulik, Gewässerkunde und Wasserwirtschaft er viele
Jahre hindurch leitete, und die Technische Universität Wien, der er mit seinen
vielfältigen Fähigkeiten und mit seiner großen Einsatzbereitschaft für „seine“
Universität immer wieder in wichtigen Funktionen zur Verfügung stand.
Werner
Kresser wurde 1919 in Dornbirn geboren. Nach dem
Besuch der dortigen Realschule inskribierte er Bauingenieurwesen an der
Technischen Hochschule Wien, wo er sein Studium nach einer Unterbrechung durch
eine kürzere Kriegsdienstleistung im Jahr 1942 abschloss. Als Assistent seines
von ihm hochgeschätzten Lehrers Josef Kozeny promovierte er im Jahr 1946 mit
einer Arbeit über
die turbulente Geschwindigkeitsverteilung in offenen Gerinnen. Im
Anschluss daran trat er in den Staatsdienst ein und wurde bereits nach wenigen
Jahren zum
Leiter des Hydrographischen Zentralbüros im Bundesministerium für Land- und
Forstwirtschaft bestellt. 1956 habilitierte er sich mit einer Arbeit über
die Methoden der Langfristvorhersage in der Wasserwirtschaft.
1959 folgte der Ruf als Professor für Hydraulik, Gewässerkunde,
Landwirtschaftlichen Wasserbau und Siedlungswasserbau an die Technische
Hochschule Wien. Bereits 6 Jahre später wurde er zum
Rektor für das Studienjahr 1965/66
gewählt, womit ihm die ehrenvolle Aufgabe zufiel, seiner
Hochschule im Jubiläumsjahr ihres 150-jährigen
Bestehens vorzustehen. Im Studienjahr 1972/73 war er Dekan der damaligen
Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur, in der Zeit von 1982 bis 1985
Prodekan der Fakultät für Bauingenieurwesen.
Seit seiner Berufung bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1989 leitete Professor
Kresser als Institutsvorstand das Institut, das
nach Berufung der Professoren von der Emde und Kemmerling dann die Fächer
Hydraulik, Gewässerkunde und Wasserwirtschaft betreute. In der langen Zeitspanne
von 30 Jahren prägte Werner
Kresser ganz maßgeblich die Entwicklung dieses
Institutes. Mit seinen Forschungsinteressen auf den Gebieten der hydrologischen
Vorhersagen, der Geschiebe- und Sedimenttransport-Forschung, der
Grundwasserforschung und der Entwicklung von Wasserbilanzen hat er frühzeitig
Themen aufgegriffen, deren Bedeutung seither nicht abgenommen, sondern eher
zugenommen hat. Ein zentrales Thema seines Wirkens bildete immer wieder die
Sorge um die Erhaltung des lebensnotwendigen Gutes „Wasser“. Dieser Frage
widmete er viele aufklärende, aber auch mahnende Arbeiten. Viele von ihm
initiierte Forschungsarbeiten waren direkt oder indirekt auf dieses Thema
gerichtet.
Eine ganz wesentliche Funktion erfüllte Werner
Kresser als Hochschullehrer. In der drei
Jahrzehnte umspannenden Zeit seines Wirkens wurde er zu einem großen und
prägenden Lehrer für Generationen von Studierenden. Seine reiche Erfahrung auf
theoretischem und praktischem Gebiet, sein Engagement und die Lebendigkeit
seines Vortrages waren die Basis dafür, dass seine Vorlesungen zum bleibenden
Gewinn wurden und allen, die sie hören und erleben konnten, auch nach langen
Jahren in lebendiger Erinnerung verblieben.
Professor Werner
Kresser ist Träger hoher Auszeichnungen. Dazu
zählen die Ehrendoktorate der Universität Notre Dame und der Technischen
Universität Budapest, die Josef Ritter von Prechtl - Medaille der Technischen
Universität Wien, das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse sowie eine
Reihe von Ehrenzeichen sowie Ehrenmitgliedschaften wissenschaftlicher
Vereinigungen.