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Den ersten Sonnenschein in Brasilien geniesen, Sao Paulo:

 

 

 

 

 

Abflug von Zürich

Wir trafen uns am Nachmittag in der Abflughalle. Manche kamen mit dem Zug, manche ließen sich von Verwandten bringen und manche, so wie ich, waren schnell genug um sich noch eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern. :-) Danke Gini fürs mitnehmen. Im Auto hatten aber auch noch Sabine, Bernd und Iris und natürlich unser (grosses?) Gepäck Platz. Halt, halt, ich bin doch wieder einmal viel zu schnell.... also, außer Kathrin und Evelin kommen alle Reiseteilnehmer aus Vorarlberg, und Zürich Kloten ist der nächstgelegene Flughafen. Wir kannten uns natürlich alle schon, hatten uns doch schon vorher bei Reini getroffen. Hab' ich schon wieder etwas übersprungen?

Vielleicht sollte ich besser wirklich ganz von vorne anfangen. Drehen wir die Zeit ein wenig zurück. Eines Tages machte Maria in einem Mail eine Bemerkung, ich sei doch so ein "Reisevogel" und sie kenne da jemanden der sich in Brasilien sehr gut auskenne und er suche noch ein paar Leute für seine nächste Reise dorthin. Das war im Jahr 2000. Ich war dann mit Freunden bei ihm und Reini erzählte uns von seiner Reiseroute. Ich war sofort begeistert. Leider kam keine Gruppe zustande, aber dieses Jahr sollte es klappen. Für gewöhnlich war ich immer alleine unterwegs, aber diesmal war ich von der Idee mit ein paar Vorarlberger, einer Schweizerin und einer Wienerin unterwegs zu sein doch sehr erfreut. Zudem es keine 0815 Reise werden würde sondern etwas wirklich besonderes - und ich sollte recht behalten. Ein grosses Lob für unseren Guide Reini (Reinhart) der uns Land und Leute wirklich näher brachte, aber ich will jetzt nichts vorweg nehmen :-). So, und nun sind wir wieder da wo ich anfing zu erzählen, in der Abflughalle. Reini kümmerte sich gleich ums Gepäck und wir konnten am Gruppenschalter einchecken, ich dachte immer, dass sei für offizielle Reiseveranstalter vorbehalten aber unser Grüppchen machte doch auch einen sehr professionellen Eindruck. :-)

Abflug ca 18:30 h. Zwischenlandung in Paris, wo wir auch unsere Wienerin Evelin trafen, nachdem Reinhart den Kampf ums einchecken überstanden hatte (ich glaub, er stand fast eine Stunde dort und diskutierte mit dem Flugpersonal warum das alles sooo lange dauerte) kamen wir Stunden später und sehr müde in Sao Paulo an. Der nächste Flug mach Fortaleza ging erst in ein paar Stunden, tja so wirklich toll ist der Flughafen von Sao Paulo auch wieder nicht... aber irgendwie haben wir die Zeit auch totgeschlagen, draußen kam uns bereits die feucht, warme Luft entgegen - herrlich. Die paar Stunden in den engen Flugsitzen nach Fortaleza vergingen dann sehr schnell. Dort war ich das erstemal froh Reini mit seinen fliessend portugiesisch Kenntnissen dabei zu haben, es stellte sich nämlich heraus das einige Gepäckstücke in Paris "liegengeblieben" waren. Und ausgerechnet auch alles von den männlichen Reisteilnehmer, mit ausborgen war also vorerst nicht zu denken. Er schaffte es dann mit gut zureden, dass unser Gepäck, sollte es doch noch ankommen, nach Jericoacoara transportiert wird.... Harry

Diese Seiten sind aus der Idee heraus entstanden unsere gemeinsamen Erlebnisse festzuhalten.

Ich machte dann den Vorschlag eine HP zu machen und natürlich hatte ich auch die Arbeit damit. Aber es machte viel Spass. :-) Die Texte stammen aus den Federn von (fast) allen...

Tag 1, Mittwoch 11.07. Fortaleza

Nach einem ausgezeichneten Frühstück bekamen wir während der Busfahrt in die Innenstadt von Fortaleza einen ersten Eindruck von Land und Leuten. Unser erstes Ziel war der Markt, wo es sehr viel Neues zu entdecken gab, wie z.B. exotische Gewürze, Früchte, Kräuter und vieles mehr. Die Freude war groß, als der "Startschuss" zum Hängemattenkauf gegeben wurde.Wir verteilten uns in den verschiedenen Geschäften, die Auswahl war riesig und der Handel begann. Schlussendlich waren wir alle über unsere gelungenen Einkäufe begeistert und schon sehr auf die erste Nacht gespannt, die wir in unseren neuen Hängematten verbringen würden. Nach einem Abendessen, sowie einem obligatorischen Schluck Schnaps waren alle für die Nachtfahrt nach Gijoca gerüstet. Nur mit "Sturmgepäck" und für manche ohne Gepäck, aber voller Hoffnung, dieses doch noch bald zu bekommen, ging es endlich los. Iris

Jeri, wie die Einheimischen sagen, liegt etwa 400km in nordwestlicher Richtung von Fortaleza entfernt. Der Name Jericoacoara ist indianischer Herkunft und bedeutet: Der Platz an dem die Krokodile schlafen. Aber keine Sorge, wie sagen die Leute hier ironisch: Wo es Haifische gibt, da gibt es keine Krokodile.

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Tag 2   Donnerstag, 12.07 Jericoacoara

Nach einer sehr langen Nachtfahrt sind wir heute sehr früh angekommen, es war auf alle Fälle später als 03 h .... Es war stockdunkel in Jeri, die letzten paar km sind wir mit einem umgebauten LKW durch die Sanddünen gefahren. Nach dem Abladen des Gepäcks (es gab schon noch ein paar unter uns, denen die Fluggesellschaft ein bisschen freundlicher gesinnt war :-) ) wanderten wir noch ein paar Meter in unsere Unterkunft, keiner wusste so genau wohin, aber alle vertrauten unserem Guide :-). Wir packten unsere Hängematten aus und schliefen recht schnell ein - zumindest ich. Frühstück gab's dann so ca. um 11:30h. Ich freute mich schon auf einen Kaffee, aber noch mehr freute ich mich auf die frischen Früchte welche ich seit meinem letzten Südamerikaaufenthalt schon so sehr vermisst hatte. Heute war relaxen angesagt, ich verbrachte einige Stunden am Tag in der Hängematte, andere erkundeten den kleinen Ort. Am Abend ging es auf die Sanddüne um den Sonnenuntergang zu beobachten. Jeri liegt malerisch inmitten von Sandünen direkt am Meer. Nein, nicht nur wir hatten diese Idee. Die Düne war voll mit Leuten, darunter sehr viele Dorfbewohner, das ist hier so eine Art Ritual. Aber es wird nicht nur der Sonne zugesehen, nein, viele liefen, fuhren die steile Flanke der Düne hinunter um dann wieder mühsam herauf zu klettern.... Harry

 

Die Reiseteilnehmer:

Kathrin

Harald

Bernd

Sabine

Iris

Lisi

Elisabeth B.

Helmut B.

Elisabeth D.

Bernhard

Evelin

Barbara

Gini

und natürlich:

Reinhart und Familie

 

 

Tag 3   Freitag, 13.07 Jericoacoara

Einige von uns sind gestern bzw.heute morgen sehr spät ins Bett gekommen.Wir warteten um 2 Uhr morgens auf unsere fehlenden 7 Gepäckstücke, die um diese Zeit ankommen sollten. Natürlich wurde während dem Warten getrunken, einen Drink nach dem anderen: Bier, Caipirinha, Caipirosca, Pinga.... so verging die Zeit. Plötzlich meinte Bernd aus dem Muntafuuu: '' I ho ke Bock meeh! '' Doch kurz darauf war endlich das Gepäck angekommen. Keines fehlte, welch Überraschung! Zur Freude wird nochmals ne Runde bestellt. Dem Spender sei ein Trullala, trullala, trullala....es wurde spät! In der Nacht träumte ich von: I ho ke Bock meeh. Um 8.00 Uhr Tagwache.

Tja, Morgenstund hat Gold im Mund sag ich da nur. Doch bei diesem Morgenessen mit feinen Bananen, Papayas, Melonen, Ananas....war der schwere Kopf bald vergessen. Um 9.00 Uhr war reiten in den Sanddünen angesagt. Die Pferde sahen mehr aus wie Maultiere. Manch einem Gaul sah man gut an, dass er schon manches in seinem Leben geleistet hat. Die Sättel wurden mit irgendwelchen Stoffen gepolstert und nur mit einem dünnen Strick um den Bauch befestigt. Jedem wurde dann also ein Pferd zugeteilt.Der Ritt durch die Sanddünen war total schön aber auch anstrengend. Etwas ribschte immer. Sei es nun der Steigbügel und/oder der Sattel. Alle waren froh, als wir nach 2,5 Stunden das Ziel erreicht hatten. In mitten der Sanddünen ein kleiner Süßwassersee. Blau, grün, türkis spiegelte das Wasser. Einfach wunderschön! So hatten wir ca.3 Stunden Zeit um uns zu erholen, zu baden, zu sonnen, zu essen... wunderbar. Bevor wir den Heimweg antraten, wechselten noch zwei von der Gruppe die Pferde, denn diese 2 Gäule waren echt langsam oder einfach zu faul. Danach hieß es nochmals auf die Zähne beißen und wir ritten zurück. Die Sonne brannte heiß auf uns nieder. Später dann im Abendlicht wurden die Konturen der Dünen immer stärker sichtbar. Der Sand verfärbte sich ins gelbliche. Einige Lieder hoch zu Ross verdrängten das Gefühl erschöpft und müde zu sein. Im Dorf angekommen plumpsten wir wie Kartoffelsäcke von den Pferden. Außer einem wunden A.... , roten Körperstellen und einem grauenhaften Muskelkater, kamen wir noch glimpflich davon! Nun hatten wir echt ne Dusche verdient. Nachtessen. Die meisten gingen früh ins Bett, ja sogar ich! Doch es gab immer solche, die es noch wissen wollten! Die Böhlers, Bernd, Bernhard, Bernadette und Reinhart besuchten noch ein kleines Dorffest. Wie ich am nächsten Morgen vernahm, ging der Abend böse aus. Kathrin

 

 

 

 

Morgensonne in Jeri

 

 

 

 

 

Barbara macht's uns vor...

 

 

 

Bei der Pedra Furada, warten auf den Sonnenuntergang

 

 

 

Tag 4   Samstag, 14.07 Jericoacoara

Am Freitag bot uns Reinhart folgendes an: am Vormittag ca. 1 ½ Stunden Segeln und am Spätnachmittag Wanderung zur Pedra Furada. Nachdem wir am Vortag fast unglaubliches geleistet hatten, nämlich einen 6-Stunden-Ritt durch eine märchenhafte Landschaft, ist ein wenig Ausspannen für mich sehr attraktiv. Das Frühstück wird wieder üppig mit Früchten, Säften, Rühreiern, Weißbrot und Kaffee im Innenhof serviert. Ein stürmischer, warmer Wind jagt Wolken über den Himmel, und so manche(r) aus unserer Gruppe nutzt ihn, um noch schnell ein paar Wäschestücke zu trocknen. Es zeichnet sich auch schon ab, wer die guten Wäscher sind. Die Segler finden sich zusammen und begeben sich ans Meer. Reinhart erklärte zuvor, dass - anders wie früher - das Boot per Motorantrieb aufs Meer hinausfahre und erst dort die Segel hisse. Nachdem ich in der Tat keine Wasserratte und eher seeuntüchtig bin, entscheide ich mich, es gemütlich zu nehmen und mir auch den Ort etwas genauer anzusehen, zumal die Zeit kurz bemessen ist. Ev. Einschub Segelbericht von einem Teilnehmer? (Anmerkung vom Redakteur: da ich auch nicht teilnahm, kann ich dazu auch nichts berichten, aber vielleicht bekomme ich noch ein Feedback von .. :-) )

Erstaunlicherweise fühle ich mich nach dem anstrengenden Ritt ziemlich fit. So genieße ich es, im leichten Sommerkleid und Schlappern auf orangenfarbenem, feinen Sand durch den Ort zu schlendern. Das Dorf muss einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht haben - vor ein paar Jahren noch völlig ohne Strom und nur mit einem zentralen Brunnen - mutet es heute teilweise wie ein gepflegtes Feriendorf an - geschmackvolle, attraktive Geschäfte, Cafés und Restaurants, exotisch im warmen Sand und mit wunderbaren Bäumen und Blumen. Immer wieder freundlich (Augen)Kontakt aufnehmende Menschen, streunende Hunde und manchmal ein, zwei Reiter. Zwischen den Häusern leuchtet manchmal die große, weiße Sanddüne mit ein paar Palmen zu ihren Füßen durch. Während der großen Mittagshitze lerne ich im Café do Brasil meine Zimmerkollegin Lisi noch ein Stück besser kennen und staune, welch wunderbare Wesen es doch gibt.. Die Atmosphäre ist entspannt, wir kommen ins Genießen. Die ersten Postkarten werden vernunftsmässig geschrieben - wer weiß, wie oft Gelegenheit dazu sein wird?

Wir finden uns wieder in unserer Pousada ein - die Segler kehren begeistert zurück, nur einem sei schlecht geworden. Die eine oder andere Hängematte füllt sich, es wird Siesta gehalten, Wunden (allen voran Elisabeth mit ihrem, vom Satten völlig wundgescheuerten Hinterteil) und die ersten Wehwehchens werden verarztet. Mitte Nachmittag brechen wir in zu einer Wanderung in die andere Richtung der Küste auf. Zuvor bestellt Reinhart nochmals einen Tisch im Lokal des Vorabends. Bei sehr starkem Wind und Sonne bewegen wir uns über Sand, Steinformationen jeder Art auf eine Art Kap zu. Immer wieder müssen wir der schnell hereinbrechenden Flut ausweichen und wissen, dass die Zeit knapp ist, um im Trockenen den Pedra Furada zu erreichen. Der Pedra Furada ist natürliches gewaltiges Steinportal, in dessen Mitte quasi "die Sonne untergeht". Wir erreichen ihn, sind allerdings nicht alleine - viele Leute warten auf den Sonnenuntergang, sich die Zeit bis dahin mit Coco- oder Biertrinken vertreibend. Behände Jugendliche klettern auf den Pedra Furada und wirken mit ihrer Silhouette im Gegenlicht wie ein Scherenschnitt. Plötzlich senkt sich die Sonne rot ins Meer, wir sehen sie durch das Steinportal.

Nach ein paar Minuten brechen alle Leute zum Heimweg über den Berg auf. Es muss alles schnell gehen, denn es gibt in den Tropen kaum eine Dämmerung. Innert einer guten halben Stunde ist es stockdunkel. Und so gehen wir die gleiche Strecke, aber diesmal nicht am Strand, sondern auf den Klippen , immer leicht abschüssig, bis zum Dorf. Alle Leute auf einmal, alle mit dem gleichen Ziel, alle mit der gleichen Eile und alle bei völliger Dunkelheit im Dorf. Wir richten unser Gepäck her, verabschieden uns von unseren Gastgebern und auch von Senhora Severina, der reizenden Mutter von Bernadette. Bis zur Abfahrt des Nachtbusses, auf den sich speziell Helmut Böhler schon wieder sehr freut, speisen wir nochmals opulent unter tropischen Bäumen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir noch einen Caipirinha getrunken haben (müssen), bevor wir dann mit einem alten Nachtbus uns wieder auf die Reise in Richtung Fortaleza begeben haben. Barbara

Manaus - Hafen

 

 

Tag 5   Sonntag, 15.07 Manaus, Ankunft

Um ca. 05:30 haben wir unsere Nachtfahrt hinter uns und während wir in die Stadt, Fortaleza fahren, können wir den Sonnenaufgang bewundern. Vom Busbahnhof geht's zum Hotel in dem wir frühstücken können und ein Zimmer ist auch schon für uns alle reserviert in dem wir uns ein wenig frisch machen können. Um 11h geht unser Flieger nach Manaus, mit Zwischenlandungen in Sao Luis und Belem kommen wir 5 Stunden später in einer Grosstadt in mitten des Amazonas-Selvas an. Da wir bereits von einem Fahrer abgeholt werden, können wir die vielen deutschsprachigen Touristiker die uns gleich eine wundervolle Reise in den Dschungel aufschwatzen wollen ohne schlechtes Gewissen links liegen lassen. Da nützt auch der nette Schweizerdialekt, der in der brasilianische Menge doch auffällt, nichts (nicht bös sein, Kathrin :-) ) . Nachdem wir unser Hotel bezogen haben, machen wir noch einen kleinen Rundgang durch den Hafen, da zeigt sich wieder Reini's Kenntnisse der brasilianschen Mentalität, denn der Hafenmeister wollte und erst nicht reinlassen (offiziell nur mit gültigen Ticket zu betreten), aber mit ein bisschen gut zureden ging's dann doch: Tudo bem - Alles klar! Harry

 

 

 

"Ich bin stolz auf dieses vielseitige Brasilien, zu dem ich gehöre. Wo alles noch offen ist, wo man noch mit einer Utopie vor Augen in die Zukunft schauen kann, die Natur großartig und wunderschön ist, alles Leben gedeiht - und die Sonne nie lange fernbleibt" - João Ubaldo Ribeiro

 

Egydio mit seinen Gästen aus Europa

 

 

 

 

Brasilien ist der fünfgrößte Staat, nach Rußland, Kanada, China und den USA; der Erde und das größte Land Südamerikas. Seine Fläche von 8.511.965km² umfaßt 47% des südamerikanischen Kontinents. Zur Zeit beträgt die Einwohnerzahl 169.544.443 Mio. (Stand: Zählung vom 01.August 2000). Das Land erstreckt sich von 5° 17`nördlicher Breite bis 33° 45`südlicher Breite sowie von 34° 46`bis 74° westlicher Länge.

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Tag 6   Montag, 16.07 Pres. Figueiredo, Egydio

Viel zu früh (jedenfalls nach Auffassung des Berichterstatters) werden wir in unserem Hotel vom Portier geweckt. Nach einem ausgiebigen Frühstück, unter anderem mit gekochten Bananen, Maniok in allen Variationen, Melonen, etc. - sehr köstlich, zwängen wir uns in unseren "Klein-Bus" (ausgefüllt mit 14 Personen + Fahrer!!). An Gepäck haben wir nur unsere am dringendst benötigte Ausrüstung (genannt "Sturmgepäck") dabei. Der Begriff "Sturmgepäck" wird vor allem von "Däta" und "Mama" Böhler sehr großzügig interpretiert. Wir verlassen Manaus und fahren auf einer gut befestigten Straße mitten hinein ins Landesinnere. Die Straße führt oft kerzengerade hinein ins "Grüne" und es ist ein ständiges auf und ab zwischen den auf der Strecke befindlichen Hügeln. Ich ertappe mich immer wieder bei der Frage, wer um Himmels willen denn erstmals auf die Idee gekommen ist, mitten im Dschungel eine Ansiedlung zu gründen.

Die mehrstündige Fahrt verkürzen wir uns mit mehreren "Logik- und Denkspielen", welche nach Meinung der Initiatoren bereits von Kindergärtnern gelöst werden können, beim Autor jedoch nur zu einem mäßigen Erfolg führen (!?). Plötzlich und unerwartet öffnet sich vor uns ein großer Talkessel und "Presidente Figueiredo" liegt vor uns. Aufgrund der Größe der Stadt sind offenbar bereits mehrere Leute hier durchgezogen und hatten wohl die spontane Idee, sich hier sesshaft zu machen. Eigentlich völlig unerwartet treffen wir in einer richtigen Kleinstadt ein, die sämtliche notwendigen Infrastrukturen aufweist. Wir treffen beim Haus von "Egydio" - einem guten Bekannten von Reini - ein und werden von seiner Frau und seinen 3 Kindern sehr herzlich begrüßt und aufgenommen. Egydio selbst werden wir erst später kennenlernen, da sich dieser noch im Ausland aufhält. Das Haus von Egydio liegt idyllisch auf einem Hügel an einer Straße und hat einen riesigen Garten und ist mit Bäumen, auf welchen "Baumtomaten" wachsen, umgeben. Der Nachtisch für das Mittagsmahl kann sozusagen direkt vor der Haustüre aufgesammelt werden, wobei jedoch auf gerade herunterfallenden Nachschub bedacht zu nehmen ist.

Nachdem wir es uns erstmal so richtig gemütlich gemacht haben, öffnet der Himmel bereits seine Schleusen und wir erleben einen richtigen Platzregen, der sich gewaschen hat. Vor dem Mittagessen machen wir noch unsere Betten, d.h. wir hängen unsere Hängematten auf und setzen uns dann an den reichlich gedeckten Tisch. Die Frau von Egydio hat sich wirklich alle Mühen gegeben und einige Köstlichkeiten gezaubert, um unsere doch schon leeren Mägen wieder zu füllen. Am Nachmittag brechen wir mit unserem nunmehrigen Gefährt (Jeep mit offener Pritsche und vermutlich ohne Pickerl) sowie Reini als Chauffeur zu einer Besichtigung einer Höhle auf. Auf der Fahrt dorthin retten wir noch ein Faultier, das bei der Überquerung der Fahrbahn seinem Namen alle Ehre macht. Wir marschieren dann in Reih und Glied durch den Dschungel und treffen dann bei der Höhle ein. Wir entscheiden uns, unserer Abenteuerlust nachzugeben und ein kurzes Stück mit Lampen die Höhle zu erforschen. Da die Höhe von nicht ganz ungefährlichen Gasen durchströmt wird, verhüllen wir unsere Mundpartie mit einem Handtuch oder T-Shirt. Fallweise wird dazu auch das Körbchen eines Bikinis (nach Einschätzung des Autors Größe B-Cup) verwendet - Kathrin. Anschließend fahren wir mit unserem geländegängigen Untersatz noch zu einem Naturpark, in welchem mehrere Wasserfälle und kleine Teiche zum Baden einladen. Ausgelassen stürzen wir uns in die dunkelbraunen Fluten und einige von uns begeben sich unter die Wasserfälle, wo einem sprichwörtlich die Hosen ausgezogen werden. Wir werden jedoch wieder von einem kräftigen Regenguss überrascht und suchen Zuflucht unter einem kleinen Schutzdach. Da "Mama Böhler" nach Einschätzung von Bernd offenbar etwas ermattet wirkt, versucht er die Lebensgeister mittels einer ausgewachsenen "Schlammpackung" wieder zu beleben. Ein Erfolg kann derart festgestellt werden, dass die "Zwangsbeglückte" in nichts nachstehen will und ihrerseits die heilende und anregende Wirkung von Schlamm an Bernd ausprobiert. Diesem Vorgang können einige unserer Gruppe ebenfalls nicht widerstehen und beteiligen sich intensiv an der ausgebrochenen "wellness-Welle". Am Abend begeben wir uns gemeinsam in ein uriges Gasthaus in der Stadt. Wir stillen unseren Hunger an einem ausgezeichneten Buffet. Einige scheinen der Meinung zu sein, dass während des restlichen Urlaubes wohl keine ausreichende Verpflegung mehr zur Verfügung steht und holen dementsprechend oft Nachschlag. Um allf. neuen Denk- und Logikspielen zuvorzukommen, schlage ich Spiele vor, bei welchen nach Möglichkeit der Denkapparat nicht sonderlich beansprucht werden sollte. Zum Hit entwickelt sich hierbei das "Zigarettenschachtelspiel" (d.h. eine leere Zigarettenschachtel wird mittels einsaugens von Atemluft an die Lippen gepresst und wird der/dem Tischnachbarn/in weitergereicht, welche/r die Schachtel wiederum mittels ansaugen an die Lippen übernimmt und wieder an seinen nächsten Tischnachbarn weitergibt, usw.).

Trotz der zwischenzeitlich erfolgten vermehrten Alkoholaufnahme (Cerveja und Caipirinha) durch die Beteiligten hat vor allem Iris noch Bedenken um ihre Gesundheit ("Ach, diese Keime"). Um etwas Abwechslung in die Runde zu bringen, führe ich noch einige nicht näher beschriebene "Raucher- und Zigarettentricks" vor (Anmerkung: bin Nichtraucher). Nach einem vergnüglichen und lustigen Abend treten wir die Heimreise an. Einige von uns begeben sich vor der Nachtruhe noch zu einem Gasthaus auf der Straße und trinken noch gemütlich ein oder mehrere Biere (Marke "Antarctica", 0,6 l, tiefgekühlt - herrlich). Ausgelassen begeben wir uns nach diesem Ausklang zu unserem Nachtlager und lassen uns müde und zufrieden in unsere Hängematten fallen. Bernhard

 

 

 

Sitio, unser zuhause für eine Nacht

Tag 7 Dienstag, 17.07 Pres. Figueiredo

Am Morgen zu Wasserfall (Cachoeira Santuario) gefahren auch wieder in privates Gebiet. Assima (?) -Göttin des Meeres. Wassermeditation direkt am Wasserfall - mit Auftrag dem Wasser etwas auf den Weg zu geben. Ungefähr 11/2 Stunden zur Verfügung um alleine unterwegs zu sein. Es war sehr schön. Zurück zu Presidente Figueiredo gefahren und in Safari -Restaurant zu Mittag gegessen und zu Egydio - ganz kurze Pause - Für Egydio gesungen Ein kurzes Geburtstagsfest mit Kuchen usw. erlebt. Zu Egydio´s Sitio Ararinho gefahren mitten im Regenwald. Holz gesammelt und Essen vorbereitet. Einen Funken gebaut (1 mal europäisch, 1 mal brasilianisch!!) Am Feuer Hühner und Rindfleisch und Tomaten und Kartoffeln gebraten und bei Kerzenschein gegessen. Anschließend am Lagerfeuer gesungen und geschunkelt bis der Funken brannte und bis es zu regnen anfing. Den Funken vom Haus aus angesehen. Indiogeschichte von Reini gehört mit Einführung zu Indianern in Brasilien. Anschließend in Hängematte geschlafen. Die einen etwas früher, die anderen etwas später. Lisi

Goiaba - Guave

Die Guave ist ein aus dem tropischen Amerika stammender Obstbaum und gehört zur Familie der Myrtengewächse. Guavas wachsen auf einem immergrünen Strauch bzw. einem bis zu 8m hohen Baum. Die Erntezeit der Früchte ist zwischen April und Juli, November und Februar. Ihre Früchte sind gelb-grün und haben die Form einer kleinen Birne. Das Fruchtfleisch kann rosa, weiß und sogar gelb sein, mit jeweils unterschiedlichem Geschmack. Goiabas werden roh gegessen oder zu unzähligen Süßspeisen und Marmeladen verarbeitet. Sie enthalten viele Vitamine, besonders aber Vitamin C. Aufgrund des hohen Vitamingehaltes vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten. Aus den Goiabas wird die "Goiabada" zubereitet, eine mit Zucker eingedickte Masse, die in ganz Brasilien allgemeinen Nachtisch darstellt.

 

Egydio

 

Tag 8   Mittwoch, 18.07 Pres. Figueiredo, Sitio-Egydio

Der Tag begann um 6 Uhr früh mit Baden/Waschen am Fluss. So in freier Natur den Morgen zu "zelebrieren" hatte schon eine besondere Qualität und brachte für mich eine fast feierliche Stimmung. Zudem hatte Helmut seine erste Nacht in der Hängematte gut überstanden (bis jetzt bekam er wegen der gebrochenen Rippe ja immer ein Bett) und wir beide hatten uns auch durch nächtliche "Abbruchgeräusche" nicht stören lassen - als nämlich der Wälder samt Hängematte unter uns auf dem Boden landete wegen des ausgebrochenen Türstocks. Langsam wurde es lebendig im Haus und nach einem dank mancher Reste von gestern ideenreich improvisierten Frühstück räumten wir gemeinsam auf. Fast ein bisschen wehmütig nahm ich Abschied von diesem schönen Platz. Wir fuhren zurück zum Platz des Bienenzuchtprojekts. Eindrücklich erklärte uns c seine Pflanzenkultur und seine Ideen zur Bienenpflege. Er läßt allem Zeit und Raum zu natürlichem Wachstum - auch den Tieren, die dort gehalten werden. Dann fuhren wir zurück zum Wohnhaus von Egydio - wie üblich den Transporter im Führerhaus und auf der Ladefläche voll beladen - und beim Absteigen verletzte sich dann Lisi ihr Knie. Wir erschraken alle, besonders Reinhard. Er hatte Angst, dass das Bein gebrochen sein könnte. Nach einer ersten Verarztung durch unsere "hauseigenen" Krankenschwestern stellte sich Dorothee sofort als Krankentransport zur Verfügung. Lisi wurde geröntgt und verbunden und der Befund ließ doch hoffen, dass sie die Reise mit uns fortsetzen kann. Die Lage entspannte sich also, Lisi konnte unter Tränen wieder lachen und ihr guter Humor blieb auch in den kommenden Tagen trotz Schmerzen erhalten.

Um 14 Uhr fuhren wir ab Richtung Manaus. Wir bezogen gegen 16 Uhr neue Zimmer in jenem Hotel, in dem wir schon vorher untergebracht waren. Dann verbrachten wir ziemlich viel Zeit mit Mailen - private und geschäftliche Dinge gab es zu erledigen. Das hatte zur Folge, dass wir mit Wäschewaschen nicht fertig waren, als die Gruppe abends zum gemeinsamen Ausgang startete. Also meldeten wir uns ab und planten "nach getaner Arbeit" einen Abend zu zweit. Vom Chef des Hauses ließen wir uns beraten, weil wir gerne Fisch essen gehen wollten. Er erzählte uns von einem guten Restaurant und organisierte uns ein Taxi. Der Taxichauffeur grinste freundlich - reden konnten wir nicht mit ihm - fuhr zwei Straßen im Kreis wegen der Einbahnen und setzte uns genau vor derselben Pizzeria ab, in der wir am ersten Abend in Manaus mit der ganzen Gruppe auch waren. Wahrscheinlich dachte sich der Fahrer genauso wie wir, das es zu Fuß gleich schnell gewesen wäre. Ja, so geht es einem "wenn man eine Reise tut" und die Sprache nicht kann. Dass wir dann am nächsten Abend mit euch allen ein 3. Mal in diesem Lokal landeten, hat unseren Einblick in die Gastronomie von Manaus und in die Speisekarte des Hauses ungemein bereichert. Elisabeth B.

Das Flußbett des Amazonas ist selbst so tief, daß Überseeschiffe 3.700km stromauf fast durch den ganzen Kontinent bis ins peruanische Iquitos fahren können. Die Gesamtlänge der schiffbaren Flüsse Amazoniens beträgt sogar 50.000km. Bei Manaus, wo der Rio Negro auf das lehmgelbe, sedimentreiche Wasser des Rio Solimões aus den Anden trifft, wälzen sich die Ströme im gemeinsamen Bett des Amazonas eine Weile nebeneinander her wie zwei Elemente, die sich nicht vermischen wollen. Erst etwa 80km weiter dominiert die größere Menge des gelben Wassers. Dessen fernste Quelle, der eigentliche Ursprung des Amazonas, wurde erst 1971 von dem Amerikaner Loren McIntyre, entdeckt.

 

 

Tag 9   Donnerstag,, 19.07 Amazonas, Rio Negro

Zeitig in der Früh ging es wieder los nach einem reichhaltigen Frühstück packten wir wieder unser Sturmgepäck zusammen und verließen unser Hotel in Manaos. Am Hafen warteten schon zwei Einheimische Bootsführer mit zwei Booten, wir verluden unsere Habseligkeiten und fuhren dann drei bis vier Stunden über den Amazonas zu einmal Hausboot wo Einheimische eine kleine Gästepension betrieben! Die letzten Gäste waren vor drei Monaten hier! Als erstes wurden die Kanus ausprobiert, die vor dem Hausboot lagen, es war nicht jedermanns Sache mit dem Kanu zu paddeln, aber nach etwas Übung gingen die Kanus nicht mehr unter und wir hatten alle unseren Spaß. Am Nachmittag nach einer kurzen Siesta machten wir eine Führung mit unserem Einheimischen vom Hausboot in den Urwald. Er zeigte uns wie man große Ameisen und handgroße Spinnen aus ihrem Versteck lockt. Nicht zu vergessen der Kaugummi aus dem Kautschukbaum und jeder von uns der Lust hatten durften ausprobieren, wie sich Tarzan so fühlt, wenn er sich an einer Liane von Baum zu Baum schwingt Am interessantesten war jedoch, wie man im Urwald Wasser finden kann. Der Einheimische zerhackte mit seinem großen Buschmesser eine Art Riesenfarn und der Holzstamm von der Pflanze war innen porös, wie ein Schwamm der Wasser aufnehmen und speichern kann. Wir mussten uns hinknien und er hielt das Holzstück über uns und es kam wirklich trinkbares Wasser heraus - nicht nur Tropfen sonder richtig viel. Die Tour durch den Wald dauerte um die drei Stunden. Am Abend gab es wieder ein reichhaltiges Essen auf dem Hausboot und nach dem Essen fuhren wir mit den zwei Booten in einen Seitenarm des Amazonas um Krokodile zu suchen aber wir sahen leider keine, einer aus unserer Gruppe meinte - man kann ja nicht alles haben! Nach der Rückkunft auf dem Hausboot legten wir uns zufrieden und glücklich in unsere Hängematten aber ein paar von uns gingen noch in die Dorfkneipe wo Einheimische bei Kerzenlicht Billard spielten. Nach einem Schlummertrunk gingen dann auch die letzten von uns schlafen und träumten schon was uns wohl wieder am nächsten Tag erwarten würde! Bernd

 

Auf dem Hausboot.

Ich kann mich nicht mehr erinnern wer sagte, man solle die Hängematten doch höher anbringen - wegen den Krokodilen :-))

 

Tag 10 Freitag, 20.07 Amazonas, Rio Negro

Nach einer Nacht bei den Flusssiedlern irgendwo in einem Seitenfluss vom Rio Negro in der Hängematte, machten wir uns mit dem Hausherren bei dem wir für zwei Tage wohnten einen Ausflug in den Urwald. Dort zeigte er uns verschiedene Ameisen die gar einen Menschen töten können, einen Baum aus dessen weißen Flüssigkeit Kaugummi gemacht wird, ein Buschtelefon (riesiger Baum), Versteck einer Vogelspinne die er mit seinem Schweiß hervorlockte, wie man Wasser aus einer Liane gewinnt und versuchten uns auf Tarzans Lianen. Auch zeigte er uns einen weißen dicken Wurm, der in einer Nuss sich zu Hause fühlt, und angeblich die Potenz steigert - und schwups - da hatte ihn Bernhard auch schon gegessen. Igitt! Wir gingen über Stock und Stein,durch Gebüsch, wo Schlangen und viele andere Tiere sich versteckten. Welche von uns sahen sogar eine Schlange - ich Gott sei Dank keine. Ich wäre keinen Schritt weiter gelaufen. Nach der Siesta auf dem Hausboot und den Eindrücken vom Urwald fuhren wir wieder flussabwärts. Wir sahen uns einen weiteren Seitenfluss an, wo das Wasser fast Stand, die Landschaft das Leben den Anschein hat - stehen geblieben zu sein. In der Idylle las uns Reinhard eine Geschichte vor - über eine Göttin und einem verheirateten Mann. Welch Privileg in einem Sozialen Netz auf die Welt zu kommen. Gini

 

 

 

Neugierig auf das Wetter in Manaus?

Ja?

Ok, dann ......

Tag 11 Samstag, 21.07 Manaus Stadt, Salvador

Wir hatten den Vormittag zur freien Verfügung und konnten unternehmen was wir wollten. Nach einem gemütlichen Frühstück besichtigten einige den Markt von Manaus und spazierten noch etwas durch die Stadt, andere besichtigten die Oper,... Am Nachmittag ging unser Flieger Richtung Salvador. In Salvador angekommen, bezogen wir nach einer wilden Taxifahrt unsere Zimmer. In einer nahegelegenen Bar tranken wir einen Caipirinha zum Start unseres letzten Reiseabschnittes. Sabine

Mein persönlicher Zusatz zu diesem Tag, weil es einfach so lustig gsi ist: Lisi (Ich ) mit Gini im Zimmer und eine absolut lustige Nacht verbracht; sie kuschelte sich zu mir ins Bett wegen der Wand und Tieren in ihrem Bett. Ich habe mich dann mit der Hängematte in ihr Bett gelegt", Lisi

Tag 12 Sonntag, 22.07 Salvador, Fahrt in den Sertao

Nachdem wir wieder einen doch recht anstrengenden Reisetag hinter uns hatten und es heute Abend schon wieder mit dem Nachtbus weiter geht haben wir uns ein bisschen Erholung verdient. Naja, kommt natürlich darauf an was man unter Erholung versteht :-) Um ca. halb zehn geht's mit dem Bus in die Innenstadt von Salvador. Dort machen wir erst mal alle zusammen einen kleinen Rundgang mit Reinhart, danach verteilen wir uns in kleinen Grüppchen in alle Richtungen um sich irgendwo in der Altstadt wieder über den Weg zu laufen. Auffallend sind hier die vielen Polizisten, aber aufgrund der vielen Touristen die sich die schönen restaurierten Gebäude und die unzähligen Shops ansehen, kein Wunder...

Zum Sonnenuntergang treffen wir uns wieder alle am Lift "Elevador Lacerda" der zum Hafen führt. Noch ein kleiner Abstecher zum Hotel und weiter geht's zum Busbahnhof, wo wir noch einige Zeit auf unseren sehr komfortablen Reisebus mit Schlafsesseln warten müssen. Die Fahrt wäre sehr angenehm gewesen, wäre da nicht nach ein paar Sunden die Bustoilette negativ aufgefallen, ohne jetzt näher ins Detail gehen zu wollen ..... :-) Harry

Übersichtskarte Sertao

 

 

 

Capoeiras:

Reinhart hat eine neues Projekt initiiert:

"gebrauchter Pick-up für Capoeiras" - mehr Infos

Tag 13 Montag, 23.07 Sertao, Gamileira

Nachtbusfahrt nach Xique-Xique, Ankunft am Busbahnhof so gegen morgen (7.00Uhr); eine ältere Frau verkauft Kaffee usw. Reini erzählt die gleiche wie schon vor Jahren als er das erste Mal hier ankam! Frühstück in Bar mit Swimmingpool (ein morgendliches Bad tut wohl!). Wir sind angekommen in einer anderen Welt im Sertau von Brasilien - im Armenhaus Brasiliens: 30% Arbeitslosigkeit und mehr, kein Wasser, Regenzeit von November bis Februar z.T. nicht jedes Jahr; Der Rio Francisco ("Der alte Knabe") geht zurück, in den Dörfern, die vom Fischhandel usw. bis jetzt lebten gehen die Menschen fort, sie verlieren ihre Existenz zu leben... Gleichzeitig steigt die Kriminalität; Wir sehen einen fast ausgestorbenen Fisch- und Fleischmarkt. Wir fahren nach Gamileira: Unterkunft über C.A.A. (Organisation, die den Menschen wieder lehrt sich selbst zu versorgen, durch Ackerbau, Wasseraufbereitung usw. ) Giovanni und Ajuton stellen uns die Organisation in der Vesper vor. Wassertankprojekt in Capoeiras: Dorf von Schwarzen, deren Vorfahren vor rund 300 Jahren wegen Sklaverei geflüchtet sind - Heute? Schulbesuch - Probleme... Als wir in dem Gemeinschaftsraum sangen war eine Verbundenheit und Einheit da. Wir geben ihnen was wir haben und sie geben uns was sie haben.... Fahrt zu Eremitei (Einsiedelei eines Mönchs) mit Besinnungstext. Es ist ein ganz besonderer spiritueller Ort... Abendessen und anschließend für die einen Vesperbesuch (grupo di austriaca) und anschließend Fußballspiel und auch Fiesta Santa Ana. Weil die Österreicher da sind und die Band schon da ist wird einfach ein Fest gefeiert, das es in sich hat! Vom Kleinkind zur Großmutter war das ganze Dorf versammelt und wir Österreicher tanzten wie wenn wir Feuer unter den Füßen hätten! Zum Schluss bat uns die Band zu gehen, damit sie aufhören konnten zu spielen. Wir wunderten uns schon dass alle Leute gehen ohne dass die Musik aufgehört hatte? Irgendwann fanden auch die letzten Österreicher Ruhe und Schlaf!! Lisi

Sertão – so heißt der mehrere hundert Kilometer breite Trockengürtel im Nordosten Brasiliens. Die Niederschläge dort sind gering und sehr ungleich über das ganze Jahr verteilt. Durch die Abholzung der Küstenwälder wurden die Regenperioden in den letzten Jahrzehnten immer kürzer und die Dürreperioden immer länger. Das ist jedoch nicht das Hauptproblem im Sertão: Denn dieses liegt weniger darin, dass insgesamt zu wenig Wasser vorhanden ist – der Grund für den Wassermangel eines Großteils der armen Bevölkerung ist vielmehr, dass der freie Zugang zum Wasser nur wenigen vorbehalten bleibt. So werden aus den großen Flüssen und Stauseen hauptsächlich die Plantagen der Großgrundbesitzer bewässert, damit diese die Märkte in Europa und Nordamerika in den Wintermonaten mit Obst versorgen können. Die arme Landbevölkerung in Brasilien hingegen leidet unter einem Mangel an sauberem Trinkwasser.

Tag 14 Dienstag, 24.07 Irece, Barra do Mendes, R.Tomaselli

Die letzten kamen um 5.00 Uhr ins Bett. Um 7.00 Uhr Tagwache. Tja, wiedereinmal: Morgenstund hat Gold im Mund! Einige heisere Stimmen klangen aus den Schlafräumen. Nach dem Frühstück ab auf die Jeeps und Fahrt zu einer Goldgrube. Der Staub auf der roten Erde wurde immer wieder durch Windstösse aufgewirbelt. Manch ein weißes T-Shirt war nach diesem Besuch rot gefärbt. Es war beeindruckend wie die Gesteine zum Teil mit Brecheisen oder Sprengstoff aufgebrochen wurden. Kristalle glitzerten in der wunderschönen rostroten Erde. Etwas weiter fanden wir zwei Goldgräber, die ihr Glück versuchten. Sie waren mit Mundschutz und einem einfachen Hammer ausgerüstet. Im Staub und der Hitze graben und suchen und graben und suchen sie unermüdlich. Ein unglaubliches Bild. Danach fuhren wir in ein Dorf. Dort wurde uns dann der ganze Vorgang gezeigt, wie die Steinbrocken zerdrückt, gewaschen und schlussendlich ganz wenig Gold übrig blieb. Am Nachmittag fuhren wir 3 Stunden mit den Jeeps nach Barra do Mendes zu Familie Tomaselli. Auf dem Pickup war die Fahrt bis zu dem Punkt wo alle zu frieren anfingen sehr friedlich. Es wurde gesungen, erzählt, Schnäpsle getrunken.... .Sogar den Sonnenuntergang erlebten wir während der Fahrt. Wenn man es sich bequem machte, konnte man wunderschön das Kreuz des Südens und die anderen vielen Sterne bestaunen...,ein Traum! Etwas durchgefroren Ankunft bei Tomasellis. Herzlich wurden wir alle empfangen. In den Pfannen brodelte schon das Nachtessen. Frau Tomaselli ist stolz für uns zu kochen. Das Essen schmeckte...mmhhh...wie es halt schmeckt, wenn es mit Liebe zubereitet ist! Nach dem Nachtessen erzählte R.Tomaselli was seine Tätigkeiten sind und was er in seinem früheren Leben so alles gemacht hat. Es war sehr interessant, ein unglaublicher Mann. Später noch ein Activity, dann wiedermal früh ins Bett. Kathrin

 

 

Rainer Tomaselli mit Frau

 

 

 

 

 

Abfahrt vorm Haus der Tomaselli's (daneben, nicht die "Bar" :-) )

 

 

 

 

Die Wasserratten unter sich... bei Gruta da Pratinha

 

 

 

 

 

 

 

Lençois Ausgangspunkt für zahlreiche Unternehmungen in der Chapada Diamantina ist die Kleinstadt Lençois. Einst war Lençois ein wohlhabende Stadt der Gold- und Diamantensucher mit bis zu 30.000 Einwohner. Jetzt zählt die unter Denkmalschutz stehende Stadt gerade mal 3.000 Einwohner. Aber noch immer weht Abenteuer-Luft durch die Gassen von Lençois. Lençois liegt 425 km westlich von Salvador. Die Busfahrt von Salvador nach Lençois dauert ca. 5 1/2 Std. Heute kann man von mehreren Flughäfen Brasiliens nach Lençois fliegen.

Tag 15 Mittwoch, 25.07 Fahrt nach Lencois

Aus allen Teilen des Haupt- und des Nebenhauses treffen wir uns am Frühstücksbuffet, welches Frau Tomaselli nicht nur wunderbar vorbereitet hat, sondern uns wie am Vorabend temperamentvollst und lautstarkest anbietet. Sie muss in ihrem großen Herzen auch unglaubliche Energien haben! Wir treten vors Haus, der Himmel zeigt sich bedeckt. Während das Gepäck auf dem Dach des Busses verstaut wird, führen wir noch die letzten Unterhaltungen und verabschieden uns von der Familie Tomaselli - einer weiteren glücklichen Verbindung brasilianischer und österreichischer Mentalität bzw. von Menschen, die über Kulturen hinweg nach sinnvollen Lösungen und Wegen suchen.

Die Fahrt geht los - unser Ziel ist Lencois, ein kleines Kolonialstädtchen in einem Naturschutzgebiet, welches wir erst gegen Abend erreichen werden, da Reinhart gekonnt einige abwechslungsreiche Zwischenstopps eingeplant hat. Schon bald verändert sich die Landschaft, wir lassen das trockene, steinige Wildwestgebiet hinter uns, es wird wieder grüner und die ersten Monumentalberge zeigen sich in der Ferne. Wir biegen ab zur Gruta da Pratinha, einer Höhle, wo geschnorchelt werden kann und laut Reinhart einfach zum "Abschnallen" sein soll! Wir müssen Eintritt bezahlen und die Schnorchler leihen sich die Ausrüstung aus. Abgesehen von den unermüdlichen Fetz-Kindern hält sich die Begeisterung noch in Grenzen - es hat bis vor kurzem ein bißchen geregnet und der Himmel ist bedeckt -, doch Reinhart holt das letzte aus der Gruppe heraus und etwa 6 Personen lassen sich schlußendlich motivieren. Die Grotte bietet einen imposanten Anblick - ein Steintor über türkisblauem Wasser, Flechten und exotische Pflanzen hängen von den bizarren Felsen herab. Wir nehmen vor dem Eingang Platz und beobachten, fotografieren, wie der Trupp schnorchelnderweise im Dunkel verschwindet. Reinhart erklärte uns, dass ein paar Meter in völliger Dunkelheit geschnorchelt werden. Die Grotte liegt an einem See, von dessen Steilufer abenteuerlustige Touristen auch mit einer "Tirolese", einem Flaschenzug (Harald hilf mir bitte, wie nennt man das Ding?) ans andere Ufer hinübersausen können. (Anmerkung vom Redakteur: Barbara, keine Ahnung ob es dafür einen Fachausdruck gibt, aber ich bin mir sicher, die Leser wissen was gemeint ist - stimmt's? :-) ) Unsere Taucher kehren bald begeistert aus der Unterwelt zurück - es sei uuhura toll gsi!

Nach einer kleinen Mittagsstärkung führt uns Reinhart zu Fuß in mittlerweile ziemlichen Hitze zu einer weiteren Grotte, der "Laguna Azul". Treppen führen steil zum Boden der Grotte. Wir gehen hinunter und plötzlich, bei dem steilen Lichteinfall, strahlt das Wasser in einem beinah unnatürlich anmutenden Blau bzw. Türkis! Einfach wunderschön und so angenehm kühl! Ein wahres Juwel. Wir kehren zum Bus zurück und weiter geht die Fahrt, anfangs auf einem Feldweg neben Kaffeefeldern in Richtung dieser phantastischen Tafelberge, die ich vom Grottenplatz aus schon in der Ferne gesehen und mich gefragt habe, ob ich nicht doch in Australien gelandet bin... Einzeln stehen sie in einer Landschaft, die schöner in ihrem Farbenspiel zwischen rostroter Erde und grellgrünen Pflanzen nicht sein könnte. Wieder denke ich, dass die jetzige Optik wohl kaum zu überbieten ist, doch das dachte ich schon in Jericoacoara und das dachte ich schon in Amazonien und das dachte ich auch am Rio Negro.. Die Fahrt geht weiter, leicht aufwärts einem Gebirgspass entgegen - dem Pao Ignacio, am Kamelhöcker vorbei, einer gigantisch bizarren Felsformation. Wie es sich für Touristen gehört, hält der Bus auf der Passhöhe, es werden Fotos gemacht, Erfrischungen gekauft und die Blase geleert. Dann geht es eine kurze Weile weiter, und Reinhart winkt den Fahrer links an einen Parkplatz - eine weitere Überraschung erwartet uns. Von oben wirkt die Landschaft leicht abschüssig, wir sehen eigentlich nur Büsche so weit das Auge reicht. Ein kleiner Weg führt uns zu einem Wildbach, den wir überqueren bzw. überspringen und an dessen anderem Ufer wir auf geschlungenen Pfaden, einmal aufwärts, dann wieder abwärts, nach einer Weile zu einem herrlichen Wasserfall, "Garganta do diavo", gelangen. Und das Beste ist, dass dieser Wasserfall ein riesiges Becken speist, dessen Wasserqualität alles bisherige in den Schatten stellt. Überraschend frisch, für manche vielleicht zu kalt, doch um so erholsamer und so groß, dass wir richtig schwimmen können! Iris und Eveline können es kaum glauben und verwandeln sich in Badenixen, Reinhart macht wieder die Vorgabe, bis bzw. hinter den Wasserfall zu schwimmen. Es ist einfach wunderbar - von der Straße aus nicht zu sehen, ein Paradies in einem Versteck! Ich ziehe mich wieder an und sehe, wie unser wilder Reinhart mit seinen Kindern, dem Bernd, Sabine (wer war denn noch dabei?), eine Stufe tiefer in ein weiteres Becken springt. Bernadette sitzt neben mir und schaut scheinbar gelassen wie eine sprungbereite Löwin zu. Sie meint, sie sei in der Fetzfamilie zuständig, dass das Maß eingehalten werde, und ich beginne zu begreifen..

Wir wandern wieder zurück und stoßen auf Lisi, die wegen ihrer Knieverletzung den Bach nicht überquerte und die Zeit auf der anderen Seite verbrachte. Dafür begegnete sie einer grell gemusterten Schlange, die vor ihr den Weg kreuzte! Die Fahrt geht weiter, und bald erreichen wir Lencois, was "Leintuch" bedeutet. Das Städtchen liegt inmitten eines Gebietes mit viel Gold- und Edelsteinvorkommen. Der Ort nahm so seinen Aufschwung, es kamen viele neue Siedler, die zuerst in weißen Zelten hausten, welche von den Bergen aus gesehen wie Leintücher ausschauten. Der Ort muss einen wahren Boom erlebt haben, zur Hochblüte des Mineralienabbaus wurde in diesem Ort die letzte Pariser Mode getragen und die Häuser mit europäischen Möbeln eingerichtet. Der ganze Ort wurde mit Hilfe von Unesco-Mitteln restauriert, ein für uns mittlerweile völlig unerwarteter Anblick von Gediegenheit.

Wir halten vor dem Hotel, einem edlen Gebäude, ebenfalls im Kolonialstil mit hohen Räumen und Zimmern wie Schlafsäle, wunderschön in ihrer Strenge. Leider bekommt Reinhart nicht die Zimmer, die er bestellt hatte und macht sich mit Bernadette auf die Suche nach einer anderen Bleibe, die er dann auch findet. So landen wir in einem Hotel mit netten kleinen Zimmern, einem schönen Garten und einem Swimming-pool! Das Abendessen nehmen wir in einem geschmackvoll eingerichtetem Lokal ein und genießen ein nicht minder geschmackvolles Essen. Die Brasilianer sind ganz schlau - sie sparen sich den Aufwand beim Bedienen, indem sie einfach ein wirklich tolles Buffet aufstellen: auch die Köchin kommt einmal raus und schaut zum Rechten. Mir schmeckt es ausgezeichnet, vor allem immer wieder diese unübertrefflichen Fruchtsäfte, das Rindfleisch mit den geschmorten Zwiebeln, Maniok, die Salate und am Schluß der Cafesinho!! Wir verlassen das Lokal und schlendern abwärts zur Praca, vorbei an einigen beleuchteten Markständen mit originellen Sachen. Früher oder später (die Marktstände, hm!) finden sich alle vor einer Bar ein - wir genehmigen uns unseren mittlerweile täglichen Caipirinha und erzählen und lachen und blödeln. Es wird ganz schön frisch, denn wir sind immer noch in den Bergen. Bei unserer Ankunft begegneten uns auch heimkehrende Bergwanderer, also brasilianische Touristen - ein fast europäisches Bild.

Die Leute gehen größtenteils ins Bett, doch ich bleibe mit Iris (der ihr neues Reggae-T-Shirt Speed verliehen hat), Eveline, Lisi, Kathrin, Bernhard und Bernd in der Bar. Wir bestellen einen weiteren Caipirinha und gute Musik. Der schwarze Barkeeper gibt uns zu verstehen, dass jetzt Sperrstunde ist und dass es keinen Caipirinha und auch keinen Caipiroska gibt, allenfalls ein Irgendwas (Wodka mit einem Saft) und dass er die Seitenläden schließen muss. Tudo bem - es finden sich noch 4 oder 5 junge Männer aus Sao Paulo ein, mit denen wir dann konversieren und auch tanzen. Einer von ihnen, ein angehender Zahnarzt, gesteht mir, dass ihm Sabine am besten gefalle, doch er findet nicht den Mut, sie anzusprechen - so ist ihr wahrscheinlich eine gute Partie entgangen.. Zuhause im Hotel kommt uns alles so still vor, da müssen wir noch mehr lachen. Eveline schlägt noch einen Schwumm im Pool vor, das findet die Iris cool und holt schnell ihr Handtuch. Ich sag den Mädels, dass wir jetzt wirklich keinen Badeanzug mehr brauchen, da wir quasi unter uns sind. Doch vielleicht haben wir so den Bernd verjagt, der schon vor uns im Pool gespielt hat und plötzlich verschwunden ist. Bald sind auch wir sauber ins Bett gefallen. Barbara

Der Weg war oft nicht leicht zu finden.

Tag 16 Donnerstag, 26.07 Lencois, Cachoerira Sossesgo

Eine kleine Wanderung führt uns heute durch eine immer enger werdende Schlucht zur Cachoerira Sossesgo, einem Wasserfall dessen Farben unter der brasilianischen Sonne einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Wir brechen früh auf und verlassen nach ca. 20 min den Ort, über den Gassen in den Fenstern Leute und Kinder die sich noch die Müdigkeit aus den Augen reiben... so früh war's doch gar nicht mehr... :-) Entlang des Flusses gehen, kriechen, hüpfen wir teilweise über riesige Felsblöcke. Mir hat das sehr Spaß gemacht, ich glaube sogar, dass man mir das auch angesehen hat. An unserem Ziel machen wir eine lange Pause und verspeisen unser Einkäufe die wir noch kurz vorher am Markt bzw. an den Strassen gekauft hatten. Beim Rückweg machen wir an der Naturrutschbahn halt. Das Wasser des Flusses führt über Fels, der mittlerweile aalglatt ist. Man kann dort 20-30 m runterrutschen. Keine Ahnung ob ich so eine Vorahnung hatte, aber ich machte es mir bei den Mädels bequem ( einige von uns hatten hinterher einige blaue Flecken und kaputte Badehosen...) und genoss noch die letzten Sonnenstrahlen bevor wir den Rückweg antraten. Während wir unterwegs waren die Daheimgebliebenen auch nicht untätig, sie hatten den Hotelpool ausgiebig getestet, jedes Geschäft des Ortes inspiziert und eine paar neue Lokale auf ihre Qualitäten geprüft.... heute hatten alle ihren Spaß. :o) Harry

 

Salvador da Bahia de Todos os Santos ist die Haupstadt des Bundesstaates Bahia.

Salvador ist das politische, kulturelle, wirtschaftliche und touristische Zentrum Bahias. Diese Stadt hat mit Abstand die saubersten Kirchentreppen der Welt. Eine der unzähligen Feste, Prozessionen und Feiern Salvadors sind die "Lavagens", die Reinigungen der Stufen vor dem Portal. Auf Schritt und Tritt begegnen Sie hier der Kolonialgeschichte: Barockkirchen, alte Gutshöfe und Festungen zeugen vom verflossenen Reichtum der einstigen Kolonialmacht Portugals. Und da es so viele Kirchen gibt, wird ständig gereinigt, geputzt und gefegt. Tief im Volksempfinden verwurzelt sind diese Ehrungen, welche den afrikanischen Göttern ebenso zuteil werden wie den katholischen Heiligen der jeweiligen Kirche. Und nirgendwo ist Brasilien afrikanischer als in Bahia: Die Nachkommenschaft der Sklaven ist stolz auf ihre Herkunft. Alte Traditionen werden bewahrt und gepflegt.

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Tag 17 Freitag, 27.07 Fahrt nach Salvador

Am Morgen verabschieden wir uns wieder von der malerischen Kleinstadt Lencois, in der wir einige gemütliche Tage verbringen konnten (ausgedehnte Barbesuche, "Caipis", die mit purem Alkohol gemixt wurden, nächtlicher Badespass am Pool, Mückenjagd im Hotelzimmer, ausgiebige "Schlachten" am Buffet, wunderschöne Wanderung in eine Schlucht). Wir steigen also an der Bushaltestelle wieder in unseren öffentlichen Bus ein und begeben uns auf die Rückfahrt in Richtung Salvador. In der Erinnerung bleibt uns eine Stadt, die auf ihre Art und Weise an eine Stadt in Südeuropa erinnert, im Gepäck (vor allem dem unseren Damen)bleiben wiederum diverse Souvenirs zurück. Nach einer Fahrt, die ohne allzu große Probleme abläuft, bis auf die obligatorischen Schlaglöcher in der Straße abgesehen, treffen wir am späten Nachmittag wieder in Salvador ein. Dort quartieren wir uns wieder in unser Hotel ein, das direkt am Strand liegt. Wir haben also nicht weit, um brasilianisches Strandleben direkt miterleben zu können (frische Kokosnüsse, gebratener "Käse", Cerveja- und Aguaverkäufer). Am Abend begeben wir uns mit dem Citybus, welcher glücklicherweise fast direkt vor unserem Hotel eine Haltestelle hat, ins Zentrum.

Das Zentrum von Salvador erweckt eher den Eindruck, als ob man sich in einem riesigen Souvenirladen befinden würde. Die ganze Altstadt ist mehr oder weniger ausgefüllt mit kleinen Läden, welche ihre Waren anbieten (Bilder, Schmuck, örtliches Kunsthandwerk, etc.). Nachdem wir für einen einheimischen Händler natürlich sofort als potenzielles Opfer angesehen werden, werden unsere Geschicke im "feilschen" auf eine neue Probe gestellt. Es lässt sich daher nicht vermeiden, dass so mancher Real seinen Besitzer wechselt und der Käufer im Gegenzug dafür wieder etwas erhält, um den eigentlich nicht mehr vorhandenen Platz in seinem Gepäck aufzufüllen. Unsere Gruppe teilt sich in mehrere Grüppchen auf und jede versucht zum Abendessen seine kulinarischen Vorlieben in dem großzügig vorhandenen Angebot zu befriedigen. Der Autor begibt sich mit mehreren Gleichgesinnten in ein vornehmes Speiselokal und wir lassen uns so richtig verwöhnen (Tischmusik, noble Kellner, angenehme Atmosphäre, hervorragendes Essen). Wir beschließen nach dem Essen, dem Lokal eine "Haube" zu verleihen und begeben uns gesättigt und zufrieden ins Nachtleben.

Auf den Straßen ist eine Menge los. Zum Teil spielen auf den Plätzen und Gassen verschiedene Musikbands in den unterschiedlichsten Musikrichtungen, zum Teil gibt es auch Diskotheken, in welchen regionale Musikgrößen ihre Lieder zum besten geben. Man wundert sich gelegentlich, woher die Summe von Menschen kommt. Es ist ein schon fast hektisches Treiben auf den Straßen und Lokalen. Wir schlendern durch die Gassen und Plätze und je nach Lust und Laune lauschen wir der angebotenen Musik. Zum Höhepunkt dieses Abend gehört jedoch sicher der Besuch in der "Reggae-Bar", in welcher mehrere authentische "Bob Marley" Doppelgänger ihr Unwesen treiben. Insbesondere unsere weiblichen Reiseteilnehmerinnen konnten bei einigen männlichen Lokalbesuchern punkten und wäre eine Heirat mit Familienanschluss nicht ausgeschlossen gewesen. Aufgrund meiner fehlenden portugiesischen Sprachkenntnisse versuche ich, den "Wäldar-Dialekt" in Brasilien salonfähig zu machen, bin mir aber über die Wirksamkeit meines Versuches nicht ganz sicher. Sollten nachfolgende Reisegruppen diesbezüglich jedoch irgendliche Hinweise darüber erhalten, wäre der Ursprung dieser "Völkerverständigung" nachvollziehbar. Nach einem gelungenen Abend und nachdem unsere Damen ihre hartnäckigen Verehrer wieder loswerden konnten, machen wir uns auf den Heimweg, in der Gewissheit, wieder einen tollen "brasilianischen Abend" verlebt zu haben. Bernhard

 

Salvador entstand auf der Kuppe eines Hügelzuges, welcher den Eingang zur 300qkm großen Baia de Todos os Santos markiert.

Der Kern Salvadors teilt sich auf in Ober- und Unterstadt, Cidade Alta und Cidade Baixa. Verbunden sind sie untereinander mit dem Elevador Lacerda, Salvadors Stadtlift und Wahrzeichen.

Tag 18 Samstag, 28.07 Salvador

Frühstück; mit Bus in die Stadt und auf Markt: einigen Austriacern mit riesengroßen Einkaufstaschen begegnet, der halbe Markt war ausgeräumt!!! In der Stadt: Mamabahia-Restaurant, gelädalat, Cafe Excelsior; Baden am Strand Abend: einige in ein Restaurant in der Nähe des Hotels, andere in die Stadt, zum Teil in Restaurant und auch Capoeira - Show- Performance angeschaut. Caipirinha´s... In Reggae - Bar geshakt.... Iris & Co heiß abgetanzt... A gut´s Nächtle. Lisi

bei Elevador Lacerda in Savlvador

 

 

 

 

 

 

 

 

Praia do Forte:

Der weiße Sand des Strandes, die grünen Palmwedel der Coqueiros und das klare, blaue-grüne Wasser des Südatlantik verwöhnen die optischen Sinne und laden ein, die Seele baumeln zu lassen. Es gibt sie wirklich, -Traumstrände so weit das Auge reicht. Und das Beste: Die ganze Landschaft wurde in eine ökologische Schutzzone umgewandelt, samt Fischerdorf, den Resten des atlantischen Urwaldes und der Mangroven. Selbst eine Ruine eines Kastells aus dem 17. Jahrhundert und eine Aufzuchtstelle für Meeresschildkröten, die zu besichtigen ist, fehlen nicht. 12 Kilometer weißer Sandstrand beinhaltet das Terreno Praia do Forte, das 30.000 Hektar groß ist. Dieses riesige Areal gehört dem ökologisch engagierten Deutschen Klaus Peters. Er gilt durch sein Engagement als "Pionier für Marketing zum Arterhalt".

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Schildkrötenprojekt "Tamar"

 

 

 

Tja, habt ihr nun Lust ähnliches zu erleben? Ja?

Kleiner Tipp: Ich bin mir sicher, Reinhart fährt noch oft in das Land der Gegensätze.....

 

 

 

Brasilien 2001 - Reini's Gruppe

Tag 19 Sonntag, 29.07 Praia do Forte

Wir sind in "Barra" dem einstigen "upper-class" Stadtteil von Salvador. Der Morgen beginnt hektisch für mich. Der Mikrobus, der uns um 8.00 Uhr nach "Praia do Forte" bringen soll, kommt nicht. Telefonate, Ärger und warten. Ich versuche Druck zu machen, aber der Receptionist winkt ab. "Paciencia - Geduld amigo". Die Gruppe wird langsam ungeduldig zeigt aber Verständnis. Ursprünglich war geplant, mit dem großen Bus vom Rodoviaria zu fahren, aber bei all dem vielen Gepäck einfach unmöglich. (Ich werde in Zukunft das Gepäcklimit von 14 kg auf die Hälfte = 7 kg beschränken oder noch besser gleich nur noch Sturmgepäck?!?). Aber die Brasilianer können zufrieden mit uns Austriacos sein, denn so viele Souvenirs - Trommeln und Flöten, Hängematten und was weiß der ....was, hat noch selten eine Gruppe gekauft. Endlich um 10.00 Uhr kommt der Mikro. Der Preis ist unverschämt und der Receptionist kassiert einiges an Provision. Auf Wiedersehen Salvador da Bahia, du schwarze Perle Brasiliens.

Auf der gut einstündigen Fahrt werde ich entspannter. Es ist gut und richtig die letzten 2 Tage in einem kleinen Dorf am Meer zu verbringen. Die Fahrt ist gemütlich und "aircondidoned" ein echter Luxus gegenüber früheren Fahrten. Wir kommen an Arambepe und Imbassai vorbei und Erinnerungen an meine Vagabundenjahre 1981 werden kurz zur Gegenwart. Vieles verbindet mich mit diesem Land und seinen Menschen. Es sind gute Erinnerungen und ich spüre innere Freude.

Kurz vor Mittag erreichen wir Praia do Forte. Das kleine reservierte Hotel ist sauber, nett und tropisch. Es ist schön hier zu sein. Die meisten gehen gleich an den Strand. Rita-Maria und Antonio tummeln sich im Wasser, Harald und Bernhard spielen Frisbi, das Turtelpaar Böhler schlemmert Meeresfrüchte und einige Mädels aalen sich neben Bernd in der Sonne. Ich setzte mich in eine kleine Strandkneipe, bestelle einen Caipirinha und lasse die 3 Wochen einer erlebnisreichen Reise noch einmal revue passieren. Mit 13 Individualisten quer durch Brasilien: Das Liebespaar Böhler: Helmut die nächtlichen Busfahrten werden dir und mir ewig in Erinnerung bleiben. Ich glaube nur ein Piranha an der Angel von Bernhard kann noch mehr leiden als du auf brasilianischen Busfahrten. Deine heißen und kalten Schweißausbrüche und Sterbensmienen werde ich nie vergessen und das alles noch mit einer gebrochenen Rippe. Gut, dass deine Elisabeth dabei war. Dein herzliches Lachen Elisabeth war sehr ansteckend und dein Gespür im richtigen Moment das Richtige zu tun, war mir eine große Hilfe. Falls es dann doch einmal klemmte hattest du ja genügend Sälbchen und auch Helmut dabei - NUR bitte, ihr beiden, das nächste Mal 50 % weniger Gepäck (Isostar, Nescafe, Reizwäsche ....).

Iris, es ist mir noch unerklärlich wie aus einer Antialkoholikerin innerhalb von 20 Tagen eine Caipirinhatrinkerin wird, die nächtens, nackt in den Swimmingpool - das ist cool - springt. Das mit der Goretexfleecejacke bleibt Gruppengeheimnis. Eveline, das Wienergroßstadtgirl unser gerührtes Geburtstagskind und Genuß....raucherin. Deine teure Swatch war für ein paar Jungs in Salvador eine größere Provokation als deine neue knallrote Strandhose. Ob die Fahrt von Pres. Fig. nach Manaus nicht zu kurz war?

Jessas Maria, die Lisi: es scheint, dass es in jeder Gruppe jemand braucht, andere in größten Schrecken zu versetzen.. Ich bin nicht allzu leicht aus der Ruhe zu bringen, aber du hast es geschafft. Ich glaube du hast nicht nur mich mit deinem gewaltigen Bluterguss beeindruckt, sondern auch die Musiker und Tänzer in Gamileira morgens um 5.00 Uhr.Elisabeth Drexel du erinnerst mich an Helmut. Nicht vom Temperament her, sondern vom Leiden. 6 Stunden bei brütender Hitze (40 Grad) hoch zu Roß!! Gut, dass man mir den Anblick deines gemarterten Hinterns erspart hat, sonst hätte ich die Reise wahrscheinlich abgebrochen. Schade, dass dich manches etwas blockiert hat, denn Heimweh tut weh. Harald, du warst der Ruhigste und hast nie die Kontrolle verloren - und doch warst du bei jedem nächtlichen Hotelgelage dabei. Ich habe nie herausgefunden ob Fotografie deine einzige Leidenschaft ist. Vielleicht weiß Kathrin mehr darüber - oder Eveline?? Danke für deine Reisehomepage.

"I han kun Bock meh!" Dieser Spruch kann nur vom Energiebündel Kathrin us dr Schwiz, stammen, die nicht einmal bei der "spannenden nächtlichen Krokodiljagd" die Klappe halten kann. Die Spagetti danach scheinen allerdings nur bei Singels Erfolg zu haben. Ich habs probiert, ehrlich, aber die Antwort war nur: hät niemand gseit ma tut hüt numm!! Schweizer/innen nehme ich wieder mit. Ein markerschütternder Schrei durchdringt die Stille des Urwalds. PIIIRANNNNHIIAAAAA Der Wälder hat einen Piranhia gefangen, zwar nicht so groß wie der von Elisabeth, aber tatsächlich einen Piranhia. Dein Urschrei Bernhard und die dazugehörende Gestik sind nicht nur auf Video gebannt, auch ich werde der nächsten Gruppe einiges über "Fischen am Rio Negro" zu erzählen haben. Bernhard, du bist ein symp. Unikum und das hält wahrscheinlich nur eine Wälderin aus. Barbara, ich spüre das deine Wurzeln irgendwie einen magisch mythischen Ursprung haben. Schade, dass du ausgerechnet den Schöpfungsmythos der Mura-Piraha Indianer den ich am Lagerfeuer erzählt habe, nicht gehört hast. Ich hole es für dich alleine nach. Aber auf der Wanderung zum Wasserfall in Lencois, hat dich die Kraft der Erde und des Wassers weitergetragen, als du es dir zugemutet hast. Der eher wortkarge Bernd hat sich im Laufe der Reise zu einem sehr redseligen, trinkerprobten, Schlammschlachten führenden Reisegefährten entwickelt. Mehr als einmal hast du deine Zügel gestrafft. Bernhard und du waren ein gutes Duo und ich freue mich auf Kartengrüße aus der Silvretta Nova.

Sabine, dein Kompliment nach der Meditation am Wasserfall von Iracema hat mich sehr gefreut. In dir steckt Frauenpower - lebe sie. Ich glaube Capoeiras und Nazare haben dich besonders beeindruckt. Ja, und zu guter Letzt: die Kleinste und doch eine der Belastbarsten. Virginia das Gespräch am Grillfeuer im Urwald war ein sehr offenes, ehrliches und mutiges. Ich glaube du warst die Einzige, der die Verspätung in Salvador am Sonntagmorgen egal war, denn ein Ferrari lag gut im Rennen beim GP von Hockenheim. Auch du wirst noch einige GP`s gewinnen.

13 Leute - Besondere Leute - Individualisten mit LET`S FETZ in Brasilien. Es wird langsam Abend und ich merke dass fast keine Menschen mehr am Strand sind. Ich zahle und gehe zurück zum Hotel. Nach einem sehr guten gemeinsamen Abendessen setzen wir uns noch einmal am Strand zusammen. Es ist Nacht geworden. Vom Meer her weht ein kräftiger und kühler Wind. Das Licht des fast vollen Mondes bricht sich in den unablässig ans Ufer rollenden Wellen und spendet uns Licht. Die Luft riecht salzig und fühlt sich feucht an. Wir setzen uns im Kreis in den Sand und ich bitte um ein Feedback von unserer gemeinsamen Reise. Dann folgt ein intensiv erleb- und spürbares Abschiedsritual. Abschied von Brasilien, Abschied von der Gruppe und Abschied von einander. Es gibt Tränen und Schweigen. Ich bin erleichtert und dankbar, dass alles so gut gegangen ist. Zum Abschluss des Abend lade ich alle noch auf einen Caipirinha ein. Reinhart

In SaoPaulo am Flugahfen, nach 9806 km werden wir den Flieger in Frankfurt verlassen um dann noch einen fliegerisch sehr abwechslungsreichen Flug nach ZH über uns ergehen lassen zu müssen (manche wissen nun wofür die Tüten da sind :o) )

 

Tag 20 Montag, 30.07 Praia do Forte, Rückflug

Nach einem schönen Morgen am Meer, fahren wir um 15.00 Uhr zum Flughafen. Das einchecken geht beinahe reibungslos. Dann geht alles sehr sehr schnell. Ich drücke jedem/er das Ticket in die Hand - eine letzte Umarmung, ein Danke für´s Mitkommen, eine gute Reise und dann sind sie fort und ich stehe draußen vor der Abflughalle rauche eine Zigarette und spüre dass ich mich anlehnen muss. Dann fahre ich mit Tonico zurück nach Praia do Forte und langsam geht meine Traurigkeit in eine freudige Erwartung über: mit meiner Familie tief hinein in den Amazonasurwald zu den Mura-Piraha Indianern die auf mich warten. Reinhart

Nach drei Wochen Abenteuer sitzen wir nun wieder im Flugzeug nach Europa. Der Flug dauert um die 11 Stunden. Ein paar von uns sind schon ziemlich geschafft, man sieht es an ihren Gesichtern an. Es war eine sehr schöne Zeit aber auch teilweise eine Anstrengende. Wir haben so viele Eindrücke erlebt und gesammelt, die kann man an einem einzigen Abend gar nicht beschreiben! Im Flugzeug ist es wieder eng. Die Schweizerin und der Wälder von unserer Truppe blödeln noch etwas und schlafen dann friedlich nebeneinander ein. Ich sitze zum Glück auch neben einer aus unserer Gruppe und kann mich etwas bequemer hinlegen - die Füße ausstrecken und bequem anlehnen, dadurch wird der Flug etwas angenehmer, als wenn man zwischen zwei fremden Leuten sitzt und fast gerade dasitzen muss, weil man sich ja an fremden Menschen nicht so einfach anlehnen kann. Die Flugzeit vergeht wortwörtlich wie im Flug! Abends dann die Ankunft in Frankfurt letzte Verzögerung des Fluges von Frankfurt nach Zürich. Wir sehen aus dem Fenster und siehe da unser Gepäck war der Grund dafür, es war erst angekommen und musste noch verladen werden. Allen fällt ein Stein vom Herzen! Letzter Start in einer halben Stunde sind wir in Zürich. Der Kapitän reißt noch ein paar Sprüche und wir denken schon an die lieben Verwandten, Eltern und Freunde die uns in Zürich erwarten. In Zürich angekommen gibt es noch die letzten Tränen und Verabschiedungen viele freuen sich schon auf ein klares Bergwasser und knusprige Brötchen nicht zu vergessen ein richtiges Schaumbad! Ein unvergessliches Erlebnis dank unserem erfahrenen Reisebegleiter Reinhart Fetz und seiner brasilianischen Frau Berna nicht zu vergessen seine zwei Kinder die uns auch auf Trab gehalten haben - Eine Gaudi war es allemal denn am Ende des Lebens zählt nicht was wir ersehnt und erhofft haben sondern was wir getan und erlebt haben! Bernd

 

 

"Deus é brasileiro"

- ohne jeden Zweifel. Gott muss Brasilianer sein. Wie sonst hätte er so ein Land geschaffen? Tiere und Pflanzen aller Gattungen, eine Artenvielfalt, wie sie sonst nirgendwo anzutreffen ist. Die Schöpfungsgeschichte der Erde lesen die Brasilianer ein bisschen anders: Nach ihrer Meinung ruhte Gott am siebten Tag eben nicht: Nein, am siebten Tag schuf Gott Rio de Janeiro, "a cidade maravilhosa" - Rio kennt keine Vergleiche - Gemessen an dieser ganzen Schöpfung muss Gott Perfektionist sein. Er ist Brasilianer - durch und durch - !

 

 
© Harry