4. Was ist der Unterschied zwischen MIDI und MP3?
MIDI steht für Music Instrument Digital Interface, und ist im Grunde genommen ein Datenaustauschprotokoll zwischen digitalen Musikinstrumenten (z.B. Keyboard, Synthesizern etc.). Dabei kann man zwischen dem "Sender" und dem "Empfänger" unterscheiden (wobei bei einem handelsüblichen Keyboard der Sender und der Empfänger im einem sitzen):
Gemäß der MIDI-Definition gibt es 16 MIDI-Kanäle, die separat angesteuert werden. D.h. man kann 16 verschiede Empfänger einzel ansteuern. Wichtig dabei ist, daß Kanal 10 für das Schlagzeug-Set reserviert ist. Die Folge daraus: man kann 15 verschiedene "Instrumente" + ein Schlagzeug-Set an einem "Master" anhängen. Mit Hilfe des Computers können wir nicht nur ein Master, sondern auch mehrere Master durch verschiedene "Ports" erreichen, sodaß theoretisch unendlich viele MIDI-Instrumente angesteuert werden können. Und alle "sprechen" MIDI.
Nun, was sagt ein MIDI-Master zu den Synthsizern? Ich werde hier nur die wichtigste nennen, da je nach Hersteller sich v.a. die System-Exclusive-Messages, aber manchmal auch die Controll-Change-Messages unterscheiden:
Da man nur wenige Information speichern muß, kann man MIDI-Stücke sehr leicht transferieren: Ein MIDI-Datei überschreitet nur in seltensten Fällen 100 kByte-Grenze. Da man bei MIDI-Datei auch die Takt-Wechsel und Tempo-Wechsel angeben kann, ist MIDI ideal, um Noten zu schreiben. Als Ergänzung wäre noch das KAR-Format (Karaoke-Format) zu erwähnen, das außer die Musik noch die Liedertexte speichert. So kann man mit einem geeigneten Programm auch richtige Songs schreiben, bei denen man sich die Texte nicht unbedingt auswendig lernen muß.
zum Seitenanfang
Zusammenfassend kann man sagen, daß MIDI folgende Möglichkeiten abdeckt: Tonhöhe, Tonlautstärke, Tempo (durch das rechtzeitige abschicken der Befehle) und (ganz rudimentär) Klangfarben durch wählen von verschiedene Instrumentierungen. Das bedeutet natürlich, daß MIDI NICHT in der Lage ist, verschiedene Klangfarben innerhalb eines Instrumentes zu variieren. Eine mögliche Abhilfe schafft da die Bank-Change, wenn man die Banken mit verschiedenen Klänge füttern kann (Soundblaster AWE32, AWE64 und Live! tun das mit Hilfe von sog. Soundfonts).
Wie oben genannt, gibt es verschiedene Instrumentierungen: GM wird heutzutage gottseidank fast überall verstanden! Aber GS, das wesentlich mehr beschreibt und "mächtiger" ist, wird nicht von allen akzeptiert. Zum Glück ist GS nur eine Erweiterung, sodaß GS-kodierte Musik auf GM zumindestens nicht sehr falsch klingt. Ganz anders schaut es schon bei MT-32 aus, da Roland MT-32 noch vor GM auf die Welt kam und die Computerwelt sich schon damals mit ihm angefreundet hat, wird v.a. in älteren Computerspielen noch speziell für diese Instrumentierung programmiert. Ein auf GM abgestimmtes MIDI-Stück wird auf ein MT-32 ganz falsch klingen und vice versa.
Der gravierenste Fehler liegt wohl an der Natur der Kodierung: MIDI sagt nur welches Instrument und welche Noten gespielt werden. Daß z.B. das "Klavier" der Firma A ganz anders klingt als das "Klavier" von der Firma B, ist unvermeidlich. Je nach Tonerzeugungsarten (FM-Synthese, Wave-Table-Synthese etc.) wird ein Instrument schon mal ganz anders klingen, durch Verwendung von verschiedenen "Samples" wird ein Musikstück vielleicht sogar auf ein anderes System überhaupt nicht ertönen! Auch die Lautstärke zwischen den einzelnen Instrumenten sind nicht definiert. So erlebte ich, daß die Flöte, die auf mein System abgestimmt ganz leise klingt, bei meinem Freund viel zu laut war und die Orgel übertönte!
Hier sind zwei gezippte MP3-Dateien von den ersten 25 Sekunden aus "Marsch in den Tod":
Der Unterschied zwischen beiden sind doch gravierend, nicht?
Zusammenfassend kann man sagen: Ein MIDI-Musikstück wird überall anders klingen, und man kann dagegen nur sehr wenig tun!
zum Seitenanfang
MP3 ist eine Dateiformat, mit der man digital aufgenommene Töne abspeichern kann. Anders als die MIDI, welche ausschließlich Musik kodiert, kann man alles, was man mit einem Mikrophon aufnehmen kann in MP3 speichern.
Um MP3-Dateien zu erzeugen, braucht man in der Regel ein sog. WAV-File. Ein Wave-File (oder Au, Ra etc.) speichert die Geräuschpegel nach Zeit ab. Dabei wird zu jedem Zeitpunkt (abhängig von Frequenz = Samplerate) eine bestimmte Lautstärkepegel abgenommen. Abhängig von "bit-rate" gibt es entweder 256 (8-bit) oder 65536 (16-bit) verschiedene Lautstärkemöglichkeit. Ein modernes Wave-File speichert außerdem die Informationen von zwei Kanäle für Stereo-Sound: Ein Kanal für den linken, den anderen für den rechten Lautsprecher.
Naturgemäß hat ein (unkomprimiertes) Wave-Datei eine bestimmte Größe. Beispiel:
Wir wollen 1 Minute lang in 44100 Hz Samplerate, 16-bit (=2 Bytes) und stereo ein Geräusch aufnehmen. Die voraussichtliche Datei-Größe wäre dann:
1 (minuten) * 60 (sekunden) * 44100 (Hz) * 2 (Byte) * 2 (Kanäle) = 10584000 Bytes
Das entspricht ca. 10 MByte!! Viel zu groß! Im übrigen entspricht diese Einstellung (44100 Hz, 16-bit und 2 Kanäle) die einer normalen Audio-CD.
MP3 nun kann diese Daten komprimieren, d.h. ein MP3-Encoder wendet ein sehr kompliziertes Algorithmus an, um einerseits die sich wiederholende Daten zusammenzufassen (ähnlich einem Zip-Packer) und anderseits um Frequenzen, die vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden, wegzulassen. Das Ergebnis ist ein ca. um Faktor 10 kleineres Datei, das nur von einem MP3-Decoder zu entschlüsseln wäre.
Nun haben wir ein Datei, das klein genug ist, um sie in Internet zu verbreiten, eigentlich überall auf der Welt gleich klingt und sich nur unwesentlich von dem Original unterscheidet.
Mankos der MP3 wären:
zum Seitenanfang
Die Unterschiede zwischen MP3 und MIDI
Hier ist noch ein Mal die Zusammenfassung von den Unterschieden zwischen den beiden Formaten:
|
MP3 |
MIDI |
|
|
Datengröße |
groß |
klein |
|
Datenart |
Wellenformen |
Musiknoten |
|
Liedertext |
nein |
ja |
|
Klangqualität |
überall gleich |
je nach Synthesizern |
|
Erzeugung |
mit MP3-Encodern |
mit Sequencern |
|
Wiedergabe |
mit MP3-Decodern |
mit MIDI-Decoder |
|
Bearbeitung |
außer Header fast nicht möglich |
sehr leicht realisierbar |
|
Stellenwert |
für Zuhörer |
für Komponisten |
zum Seitenanfang
Ich bitte Euch, Ihr irgendwelche Kommentare zum Stück habt, schreibt sie mir. Ich bin sehr interessiert, wie es Euch gefällt.
Ich habe dieses MIDI-Datei als Zip-Archiv gepackt, da mein Provider MIDI-Dateien nicht als audio/midi deklariert.
Kommentare zu dieser Seite sowie Verbesserungsvorschläge etc. bitte an Joseph.Wang@uibk.ac.at
Zum Seitenanfang
zurück zur Musik